10 berühmte Cafés in Paris

Paris ist nicht nur für seine exquisiten Restaurants und Bistros berühmt. Auch die Cafés der französischen Hauptstadt bieten viele kulinarische Genüsse und vor allem eine Atmosphäre, die du so kein zweites Mal findest.
Berühmte Cafés Paris
Bei einem Kaffee in Paris entspannen ( © Ekaterina Pokrovsky - Fotolia.com )

Die Kaffeehauskultur in Paris

Paris hat eine Kaffeehauskultur, die unter den großen Metropolen als einzigartig gilt. Kaum eine andere europäische Stadt verfügt über ein so reichhaltiges Angebot an Cafés und Café-Restaurants, und in manchen von ihnen wurde tatsächlich Geistesgeschichte geschrieben.

Ein Hinweis vorweg, damit du nicht mit falschen Erwartungen losziehst: Die berühmtesten Adressen sind heute in erster Linie Touristenmagneten. Der Espresso kostet dort schnell das Drei- bis Vierfache dessen, was du in einem normalen Quartiersbistro zahlst, und den Nachbartisch teilst du dir eher mit Reisenden aus aller Welt als mit Pariser Intellektuellen. Das muss kein Nachteil sein – du bezahlst eben für Geschichte, Lage und Kulisse. Wenn du das weißt, wird der Besuch deutlich entspannter.

Ein Tipp, der fast überall funktioniert: Im Stehen an der Theke ist der Kaffee in Frankreich günstiger als am Tisch, und auf der Terrasse zahlst du am meisten. Wer nur die Atmosphäre mitnehmen will, kommt am besten vormittags unter der Woche – dann ist der Andrang am geringsten.

1. Café de Flore

Zu den bekanntesten Kaffeehäusern der französischen Hauptstadt zählt das Café de Flore. Du findest es im 6. Arrondissement im Künstlerviertel Saint-Germain-des-Prés, am Boulevard Saint-Germain 172, Ecke Rue Saint-Benoît.

Das Café de Flore existiert seit 1887. Sein Name geht auf die römische Göttin Flora zurück, von der damals eine Skulptur auf der gegenüberliegenden Straßenseite stand.

Bekannt wurde das Café durch den Schriftsteller Charles Maurras (1868–1952), der dort sein Buch „Au Signe de Flore“ schrieb. Später verkehrten hier zahlreiche Intellektuelle, unter ihnen Jean-Paul Sartre (1905–1980) und Simone de Beauvoir (1908–1986), die sich im Winter gern in den warmen Gastraum zurückzogen, um zu schreiben. Auch Karl Lagerfeld gehörte über Jahrzehnte zu den Stammgästen, ebenso Namen wie Brigitte Bardot und Yves Saint Laurent.

Eine Attraktion ist bis heute die jährliche Vergabe des Literaturpreises „Prix de Flore“ an junge Autorinnen und Autoren, die jeden November im Café selbst stattfindet.

Gut zu wissen: Täglich ab dem frühen Morgen bis in die Nacht geöffnet. Der Art-déco-Saal ist schöner als die Terrasse, dafür sitzt du draußen mitten im Geschehen. Rechne mit gehobenen Preisen – die heiße Schokolade gilt als das Aushängeschild des Hauses und ist ihr Geld eher wert als das Essen.

2. Café de la Paix

Eines der ältesten noch erhaltenen Pariser Cafés ist das Café de la Paix im 9. Arrondissement an der Place de l'Opéra Nr. 5. Es liegt im Erdgeschoss des InterContinental Paris Le Grand Hotel, und von deinem Platz aus blickst du auf den Boulevard des Capucines und die Opéra Garnier.

Erbaut wurde es 1862 unter Napoleon III., eröffnet von dessen Gemahlin Eugénie. Seither haben sich hier Literaten, Politiker und Schauspieler die Klinke in die Hand gegeben. Seit 1975 steht das Café unter Denkmalschutz.

Gut zu wissen: Das ist die teuerste Adresse in dieser Liste – ein Essen bewegt sich schnell im dreistelligen Bereich pro Person. Für einen Kaffee mit Blick auf die Oper lohnt es sich trotzdem, für ein komplettes Menü solltest du dir die Sache gut überlegen. Geöffnet ist täglich von morgens bis etwa 23 Uhr.

3. Les Deux Magots

Les Deux Magots ist der direkte Nachbar des Café de Flore und ebenfalls eine Pariser Legende. Du findest es an der Place Saint-Germain-des-Prés Nr. 6.

Der Name bedeutet sinngemäß „Die zwei Händler“ und bezieht sich auf zwei hölzerne Sitzfiguren im Gastraum, die zwei chinesische Kaufleute darstellen. Gegründet wurde das Kaffeehaus 1885. Arthur Rimbaud, Paul Verlaine, André Breton und Simone de Beauvoir zählten zu den Gästen.

Weil es sich um ein literarisches Etablissement handelt, wird hier jedes Jahr im Januar mit dem „Prix des Deux Magots“ die Literaturpreis-Saison eröffnet.

Gut zu wissen: Die Terrasse ist zum Leutebeobachten unschlagbar, entsprechend musst du oft auf einen Tisch warten. Fürs Wochenend-Brunch besser reservieren. Geöffnet täglich von morgens bis in die Nacht.

4. Le Procope

Als ältestes durchgehend betriebenes Restaurant der Welt gilt das Café Procope, meist einfach Le Procope genannt. Es liegt mitten im Quartier Latin in der 13 Rue de l'Ancienne-Comédie.

Eröffnet wurde es 1686 vom italienischen Adligen Francesco Procopio dei Coltelli (1651–1727) und war damit das erste Kaffeehaus der Stadt. Zu den Attraktionen gehörte damals die in Paris noch weitgehend unbekannte Eiscreme. Über mehr als zwei Jahrhunderte diente das Haus als Treffpunkt für Literaten, Künstler, Wissenschaftler und Politiker – Voltaire und Diderot gingen hier ein und aus.

Ab dem 19. Jahrhundert verlor das Procope seine Bedeutung als Literatencafé. Heute ist es ein Restaurant mit klassisch-französischer Karte, von Coq au vin über Schnecken bis zu Steaks. Die detaillierte Ausstattung der Räume hält den Bezug zum 17. und 18. Jahrhundert lebendig.

Gut zu wissen: Kein Café im eigentlichen Sinne mehr, sondern ein Restaurant – geöffnet erst ab mittags. Die Preise liegen im mittleren bis gehobenen Bereich. Das Publikum ist überwiegend touristisch, die Kulisse dafür wirklich beeindruckend.

5. Café Marly

Mit einer traumhaften Lage punktet das Café Marly: direkt am Palais du Louvre unter den Arkaden, nur wenige Schritte vom Jardin des Tuileries und vom Carrousel entfernt. Von der Terrasse blickst du auf die Glaspyramide.

Die Einrichtung im Stil Napoleons III. stammt vom Designer Olivier Gagnère und erinnert daran, dass der Louvre einst königliche Residenz war. Die Küche kombiniert französische mit internationalen Einflüssen.

Gut zu wissen: Du bezahlst hier vor allem den Ausblick, und das merkst du auf der Rechnung deutlich. Die Bewertungen fallen entsprechend gemischt aus. Als Cocktail- oder Kaffeestopp nach dem Louvre-Besuch funktioniert es besser als Abendessen. Täglich ab morgens bis in die Nacht geöffnet.

6. Teesalon Angelina Rivoli

Angelina ist ein Teesalon, der über hundert Jahre alt ist. Er liegt im 1. Arrondissement an der 226 Rue de Rivoli unter den Arkaden.

Der Name stammt von der Schwiegertochter des österreichischen Konditors Anton Rumpelmayer (1832–1914), der als k.u.k. Hoflieferant nach Frankreich kam und dort als Antoine Rumpelmayer bekannt wurde. Eingerichtet ist der Salon im Stil der Belle Époque. Besonderer Beliebtheit erfreuen sich die Kastanien-Sahne-Spezialität „Mont-Blanc“ und die heiße Schokolade „L'Africain“, die so dick ist, dass man sie fast löffeln muss.

Gut zu wissen: Hier stehst du fast garantiert an, oft zwanzig Minuten und mehr. Für Brunch und Mittagessen kannst du reservieren, was die Wartezeit erspart. Geöffnet täglich ab 8 Uhr, abends schließt Angelina früher als die übrigen Adressen in dieser Liste – meist gegen 19:30 oder 20 Uhr.

7. Café des Deux Moulins

Das Café des Deux Moulins liegt im Montmartre-Viertel, genauer in der 15 Rue Lepic. Übersetzt heißt der Name „Café der zwei Windmühlen“ und bezieht sich auf die beiden historischen Mühlen Moulin de la Galette und Moulin Rouge.

Berühmt wurde das Lokal durch den Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ von 2001, in dem es als Arbeitsplatz der Titelfigur diente. Seither ist es ein beliebter Anlaufpunkt für Filmfans. Das Innere besteht aus einer Reihe kleiner Tische und einem Barbereich. Die Karte bietet klassische französische Bistroküche.

Gut zu wissen: Von allen zehn Adressen ist das hier die bodenständigste und günstigste. Geöffnet täglich bis 2 Uhr nachts, unter der Woche schon ab 7 Uhr. Wenn du das Amélie-Interieur fotografieren willst: früh kommen.

8. Café Charbon

Ein Highlight der lebendigeren, weniger touristischen Café-Szene ist das Café Charbon in der 109 Rue Oberkampf im 11. Arrondissement. Gegründet wurde es 1900, die Einrichtung mit hohen Decken, Spiegeln und Deckenmalerei atmet noch immer Belle Époque.

Weil es bis 2 Uhr nachts geöffnet hat, ist es bei Nachtschwärmern beliebt. Serviert wird klassische Bistroküche, dazu gibt es eine kleine, im Sommer sonnige Terrasse. Nebenan gehört ein Konzertsaal zum Haus.

Gut zu wissen: Das ist die Adresse für dich, wenn du weg willst von den Postkartenklassikern. Die Rue Oberkampf ist eine der lebendigsten Ausgehstraßen der Stadt, die Preise sind moderat. Täglich ab 8 Uhr geöffnet.

9. Brasserie Lipp

Zu den Pariser Legenden zählt auch die Brasserie Lipp. Das 1880 gegründete Lokal liegt am 151 Boulevard Saint-Germain im 6. Arrondissement, also in Sichtweite von Flore und Deux Magots.

Es genießt einen literarischen und politischen Ruf, weil sich hier über Generationen Schriftsteller, Dichter und Künstler trafen. Auch heute kommen Politiker, Schauspieler und Journalisten. Serviert wird traditionelle, deftige Küche – das Sauerkraut mit Schweinefleisch ist die Hausspezialität und erinnert an die elsässischen Wurzeln des Gründers. Eine Besonderheit ist die Einrichtung mit großen Spiegeln und Deckenmalereien.

Gut zu wissen: Kein Café, sondern eine Brasserie – geöffnet erst ab mittags, dann aber bis 1 Uhr nachts. Die Preise liegen im gehobenen Mittelfeld. Wer traditionell französisch essen will, statt nur Kaffee zu trinken, ist hier von den Saint-Germain-Adressen am besten aufgehoben.

10. Le Grand Café Capucines

Le Grand Café Capucines ist eine Brasserie im 9. Arrondissement am 4 Boulevard des Capucines. Das Haus entstand 1875, zeitgleich mit der Opéra Garnier, und liegt mitten im Pariser Theaterviertel – die Music Hall Olympia und die Oper sind fußläufig erreichbar.

Eingerichtet ist es im Jugendstil mit Belle-Époque-Kulisse, ein besonderes Merkmal ist die Art-déco-Verglasung. Auf der Karte stehen traditionelle Küche und vor allem Meeresfrüchte-Platten, für die das Haus bekannt ist.

Gut zu wissen: Täglich von 7 Uhr morgens bis 1 Uhr nachts geöffnet – eine der wenigen Adressen, wo du auch spät noch anständig essen kannst. Die Preise bewegen sich im gehobenen Bereich, die Austernplatten sind der Klassiker.

Welches Café passt zu dir?

Wenn du die Legende willst und bereit bist, dafür zu bezahlen: Café de Flore oder Les Deux Magots. Für den schönsten Ausblick gehst du ins Café Marly oder ins Café de la Paix.

Wer es süß mag, ist bei Angelina richtig – Wartezeit einkalkulieren. Für richtiges Essen empfehlen sich Brasserie Lipp oder Le Grand Café Capucines.

Und wenn du dem Touristenstrom entkommen willst, ist das Café Charbon in der Rue Oberkampf die ehrlichste Adresse in dieser Liste.

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