Flughäfen in Paris

Eine gute Möglichkeit, Paris zu erreichen, stellt das Flugzeug dar. So verfügt die französische Hauptstadt über mehrere Verkehrsflughäfen. Hier findest du einen Überblick über die Pariser Flughäfen ...
Flughäfen Paris
Der Flughafen Charles-de-Gaulle in Paris ( Zoo Studio pour Aéroports de Paris SA )

Die Flughäfen von Paris

Von Deutschland aus bietet das Flugzeug die schnellste Gelegenheit, die französische Metropole zu erreichen. So dauert ein Flug nach Paris nur knapp 90 Minuten.

Insgesamt verfügt die Seinestadt über vier Flughäfen. Dies sind der Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle, der Flughafen Paris-Orly, der Flughafen Paris-Beauvais-Tillé sowie der Geschäftsflughafen Le Bourget.

Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle

Den größten Airport der französischen Hauptstadt bildet der Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle (CDG), auch Roissy Charles-de-Gaulle genannt.

Mit einem Passagieraufkommen von mehr als 69 Millionen Fluggästen im Jahr gilt der Aéroport Charles-de-Gaulle als zweitgrößter Passagierflughafen von Europa.

Seinen Namen verdankt er dem französischen Staatsmann und General Charles de Gaulle (1890-1970).

Der Airport stellt das internationale Drehkreuz der Air France dar. Mehr als 60 Unternehmen sind in ihm ansässig. Darüber hinaus arbeiten dort rund 75.500 Beschäftigte.

Angesiedelt ist der CDG rund 26 Kilometer nordwestlich von der Pariser Innenstadt.

Geschichte des Pariser Flughafens Charles-de-Gaulle

In den frühen 60er-Jahren erreichte der bisherige Großflughafen von Paris, Orly, seine Kapazitätsgrenzen. Aus diesem Grund kam es zur Planung eines neuen Airports.

Weil der Flughafenbetreiber ADP (Aéroports de Paris) seinerzeit einen behördenähnlichen Status besaß und für sämtliche Landeplätze im Umkreis von 50 Kilometern verantwortlich zeichnete, war eine zentrale Steuerung der Entwicklung rund um Paris möglich.

Es dauerte nur wenige Jahre, bis der neue Aéroport einen Entwurf erhielt. Vom französischen Ministerrat wurde im Januar 1964 das Terrain im Osten von Roissy-en-France für den Bau des neuen Flughafens bestimmt. Das Gelände verteilte sich über drei Departements und sechs Gemeinden.

Die Fertigstellung des Flughafens Charles-de-Gaulle dauerte rund zehn Jahre. Verantwortlich für den Entwurf des Airports war der Architekt Paul Andreu.

Im Gegensatz zu anderen Flughäfen mussten in Roissy weder Umweltauflagen noch Bürgerproteste beachtet werden, weil das Gebiet nur spärlich besiedelt war.

Das erste Terminal wurde 1968 errichtet. Danach folgten die Nebengebäude von Telefon-, Klima- und Energiezentrale. Der 80 Meter hohe Kontrollturm fand 1972 seine Vollendung. Ein Jahr zuvor war die erste Landebahn fertiggestellt worden.

Als modern galten damals die parallel verlaufenden Start- und Landebahnen, die sich zur gleichen Zeit verwenden ließen. Dies war zudem ein großer Vorteil gegenüber dem Flughafen Orly, auf dem sich die Start- und Landebahnen mitunter gegenseitig blockierten.

Ursprünglich sollte der Flughafen den Namen Roissy tragen. Als jedoch 1970 Charles de Gaulle verstarb, erhielt der Flughafen ein Jahr vor der Fertigstellung dessen Namen.

Die Einweihung des neuen Flughafens fand am 8. März 1974 statt.

Infrastruktur des Pariser Flughafens Charles-de-Gaulle

Ausgestattet ist der Flughafen Charles-de-Gaulle mit drei Terminals. In diesen Gebäuden findet die Abfertigung des Passagierverkehrs statt.

In den Terminals untergebracht sind verschiedene kleinere Gebäude für die Abfertigung der Flüge, Verwaltung, Wartung und Technik.

Das Terminal 2 verfügt über einen Bahnhof für den TGV-Zug. Auf diese Weise wird eine direkte Bahnverbindung nach Paris, Lyon und Brüssel hergestellt. Ebenso lässt sich mit dem TGV das Disneyland Paris in Marne-la-Valée erreichen.

Der Flughafen verfügt über jeweils vier Start- und Landebahnen. Sogar ein separater Landeplatz für Hubschrauber ist vorhanden.

Neben den bekannten Fluglinien steuern auch zahlreiche Billigflieger den Flughafen Charles-de-Gaulle an.

Verbindungen in Richtung Paris

Vom Flughafen Charles-de-Gaulle aus bestehen mehrere Verbindungsmöglichkeiten, um nach Paris zu gelangen. So gibt es die Autobahn A1, die ab der Abfahrt Nummer 6 in die Hauptstadt und zu weiteren Fernstraßen führt.

Von der Pariser Nahverkehrsgesellschaft RATP wird der Roissybus betrieben, der alle 15 Minuten von der Métro-Station Opéra fährt.

Darüber hinaus sind zwei konventionelle Buslinien nach Roissy vorhanden.

Eine weitere Zugverbindung stellt der Réseau Express Regional dar.

Flughafen Paris Orly
Der Flughafen Paris-Orly ( Sylvain Cambon pour Aéroports de Paris SA )

Flughafen Paris-Orly

Schon lange vor dem Flughafen Charles-de-Gaulle gab es den Aéroport Paris-Orly. Er fungiert als Drehkreuz der Fluglinien easyJet, Transavia France und Corsair International.

Außerdem werden dort zahlreiche Inlandsflüge der Air France abgewickelt.

Im Jahresdurchschnitt verkehren dort rund 32 Millionen Fluggäste.

Der Flughafen Paris-Orly befindet sich 9 Kilometer südlich von Paris. Das Flughafengelände zählt zu den Gemeinden Orly, Wissous, Chilly-Mazarin, Paray-Vieille-Poste, Athis-Mons und Villeneuve-le-Roi.

Geschichte des Flughafens Paris-Orly

Die ersten Wartungshallen auf dem Flughafen Paris-Orly entstanden schon in den-20er Jahren. Darunter befanden sich auch zwei große Luftschiffhallen.

1940 besetzte die Deutsche Luftwaffe das Gelände und führte von dort aus Angriffe auf England durch.

Nach dem 2. Weltkrieg konnte der Airport wieder als Zivilflughafen in Betrieb gehen. Der nördliche Bereich wurde jedoch von den US-Streitkräften bis 1967 als NATO-Stützpunkt benutzt.

Das Passagieraufkommen in Orly betrug schon 1948 215.000 Fluggäste.

Ab 1952 richtete sich die Air France im Terminal Nord ein. 1954 nahm der Tower Orly Nord seinen Betrieb auf. 1961 folgte der Tower Orly Süd. Im Jahr 1966 wurde ein neuer Kontrollturm fertiggestellt. 1971 schloss sich mit Orly West ein weiteres Terminal an.

Seit 1991 ist die führerlose U-Bahn Orlyval in Betrieb, die zwischen den Terminals und der S-Bahnlinie RER-B verkehrt.

Infrastruktur des Flughafens Paris-Orly

Das Areal des Airports umfasst eine Fläche von 15,5 Quadratkilometern.

Obwohl der Flughafen schon seit mehreren Jahrzehnten existiert, kam es an ihm kaum zu optischen Veränderungen. Gründe dafür sind die Errichtung des Flughafens Charles-de-Gaulle sowie ein Wachstumsverbot, das für den Flughafen Orly gilt.

Nachtflüge sind mittlerweile vom französischen Gesetzgeber untersagt worden, sodass betreffende Starts erst am nächsten Morgen erfolgen dürfen. Auf diese Weise sollen der Verkehr rund um Orly begrenzt und die Anwohner vor dem Fluglärm geschützt werden.

Die beiden Abfertigungsanlagen des Airports sind das Terminal Orly-West und Orly-Süd, die das frühere Terminal Orly-Nord ersetzen.

Ausgestattet ist Paris-Orly außerdem mit drei Startbahnen und drei Landefeldern.

Besonderheiten des Flughafens Paris-Orly

In südlicher Richtung des Flughafens lässt sich das Musée Delta besichtigen. Dort befindet sich eine Concorde, die an einigen Wochentagen auch von innen bewundert werden kann.

Verbindungen nach Paris

Nächste Autobahn von Orly nach Paris ist die A6.

Die Nationalstraße 7 führt von der Hauptstadt aus bis zum Terminal Süd.

Einen weiteren Verkehrsanschluss bilden zwei Linien der S-Bahn RER.

Von den Pariser Verkehrsbetrieben RATP sind mehrere Buslinien nach Orly unterwegs.

Darüber hinaus stehen einige Reisebusse (cars) der Air France zur Verfügung.

Ferner wird der Flughafen Paris-Orly via Tramlinie 7 mit der Métroendstation der Linie 7, die sich in Villejuif befindet, verbunden.

Flughafen Paris-Beauvais-Tillé

Ein weiterer Pariser Verkehrsflughafen im Umland der französischen Hauptstadt ist der Aéroport Paris-Beauvais-Tillé (BVA), der zu den bedeutendsten Flughäfen von Nordfrankreich zählt.

Allerdings ist Paris 84 Kilometer in südlicher Richtung von dem Airport entfernt, der sich in der Nähe des Stadtzentrums von Beauvais befindet.

Aus Marketinggründen trägt der Aéroport bei einigen Fluggesellschaften jedoch die Bezeichnung Flughafen Paris-Beauvais-Tillé.

Er ist vor allem Anflugziel für Fluglinien, die Billigflüge anbieten. Pro Jahr nutzen rund vier Millionen Passagiere den Verkehrsflughafen.

Geschichte des Flughafens Paris-Beauvais-Tillé

Der Bau des Flughafens Paris-Beauvais-Tillé fand in den 30er-Jahren statt.

Während des 2. Weltkriegs besetzte ihn die Deutsche Luftwaffe.

Im September 1944 wechselte er in den Besitz der Alliierten über, die ihn notdürftig instandsetzten. Anschließend verwendete die US Army Air Force den Flugplatz bis 1945 als Einsatzbasis.

Nach Kriegsende erhielten die Franzosen das Gelände wieder zurück.

In der frühen Phase des Kalten Krieges diente der Aéroport als NATO-Ausweichstützpunkt. Ab 1953 hatte die NATO jedoch keine Verwendung mehr für die Basis. Damit war der Weg für die Zivilluftfahrt frei und 1956 ging der Flughafen Paris-Beauvais-Tillé zu diesem Zweck in Betrieb.

1979 erhielt der Airport ein ziviles Terminal. Im Jahr 2005 erfolgte eine Modernisierung des Flughafengeländes. Seit 2010 ist er außerdem mit einem weiteren Terminal ausgestattet.

Im Gegensatz zu den Flughäfen Charles-de-Gaulle, Orly und Le Bourget erfolgt das Betreiben des Flughafens nicht durch Aéroports de Paris. Stattdessen ist ein kommunaler Zweckverband dafür verantwortlich.

Infrastruktur des Flughafens Paris-Beauvais-Tillé

Versehen ist der Flughafen Paris-Beauvais-Tillé mit den Terminals 1 und 2.

Des Weiteren sind je zwei Start- und Landebahnen vorhanden.

Es besteht eine Verkehrsanbindung an die Autostrecke A16 nach Paris.

Von der französischen Hauptstadt aus lässt sich Beauvais-Tillé via 16 Busverbindungen erreichen, die täglich verkehren. Für eine einfache Fahrt werden rund 70 bis 100 Minuten benötigt, was von der Verkehrssituation abhängt.

Zu den Fluggesellschaften, die Paris-Beauvais-Tillé ansteuern, zählen u. a. Wizzair und Ryanair. Sie fliegen beispielsweise Ziele wie Stockholm, Mailand oder Marokko an.

Flughafen Le Bourget Paris
Flughafen Le Bourget in Paris ( Gwen Le Bras pour Aéroports de Paris SA )

Pariser Flughafen Le Bourget

Ebenfalls zu den Pariser Flughäfen zählt der Aéroport de Paris-Le Bourget.

Die Gemeinde Le Bourget befindet sich sieben Kilometer nordöstlich von Paris und ist Teil des Kantons La Courneuve.

Verwendung findet der Airport in der heutigen Zeit vor allem als Geschäftsflughafen sowie für das Ausrichten von Flugshows.

Geschichte des Pariser Flughafens Le Bourget

In Betrieb ist der Flughafen Le Bourget seit 1919.

Vor der Einrichtung des Airports Paris-Orly war er der einzige Flughafen der französischen Hauptstadt.

Ab 1919 steuerten die Fluglinien von Le Bourget aus London an.

Zu internationaler Berühmtheit kam der Flughafen 1927 durch die Landung von Charles Lindbergh, der seinerzeit ohne Zwischenlandung und allein den Atlantik überquert hatte.

Während des 2. Weltkrieges nutzte die Deutsche Luftwaffe Le Bourget für die Stationierung ihrer Einheiten.

In den 60er-Jahren wurden von der Fluggesellschaft Union de Transports Aériens mehrere Werften eingerichtet.

Seit 1977 findet in Le Bourget kein internationaler Flugverkehr mehr statt. Im Jahr 1980 kam es auch zum Ende der Inlandsflüge. Seitdem dient der Aeroport nur noch als Geschäftsflughafen.

Besonderheiten des Pariser Flughafens Le Bourget

Auf dem Flughafen Le Bourget ist das Musée de l'air et de l'espace (Museum für Luftfahrt und Weltraum) untergebracht.

Seit 1953 wird dort zudem im Abstand von zwei Jahren die Pariser Luftfahrtschau abgehalten.

Ferner hat die französische Untersuchungsbehörde für Flugunfälle (BEA) auf dem Gelände des Airports ihren Sitz.

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