Flughäfen in Paris

Eine gute Möglichkeit, Paris zu erreichen, stellt das Flugzeug dar. So verfügt die französische Hauptstadt über mehrere Verkehrsflughäfen. Hier findest du einen Überblick über die Pariser Flughäfen ...
Paris Flughäfen
Der Flughafen Charles-de-Gaulle in Paris ( © ADP/Paul Andreu - Adagp, Paris, 2019 )

Die Flughäfen von Paris

Von Deutschland aus bietet das Flugzeug die schnellste Gelegenheit, die französische Metropole zu erreichen. So dauert ein Flug nach Paris nur knapp 90 Minuten.

Insgesamt verfügt die Seinestadt über vier Flughäfen. Dies sind der Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle, der Flughafen Paris-Orly, der Flughafen Paris-Beauvais-Tillé sowie der Geschäftsflughafen Le Bourget.

Pariser Flughafen Charles-de-Gaulle

Den größten Airport der französischen Hauptstadt bildet der Flughafen Paris-Charles-de-Gaulle (CDG), den die Franzosen meist einfach Roissy nennen. Mit rund 72 Millionen Fluggästen im Jahr 2025 gehört er zu den größten Passagierflughäfen Europas, auch wenn er das Niveau von vor der Pandemie noch nicht ganz wieder erreicht hat.

Seinen Namen verdankt er dem französischen Staatsmann und General Charles de Gaulle (1890–1970). Der Flughafen ist das internationale Drehkreuz der Air France und liegt rund 25 Kilometer nordöstlich der Pariser Innenstadt.

Geschichte des Pariser Flughafens Charles-de-Gaulle

In den frühen 60er-Jahren erreichte der bisherige Großflughafen von Paris, Orly, seine Kapazitätsgrenzen. Aus diesem Grund kam es zur Planung eines neuen Airports.

Weil der Flughafenbetreiber ADP (Aéroports de Paris) seinerzeit einen behördenähnlichen Status besaß und für sämtliche Landeplätze im Umkreis von 50 Kilometern verantwortlich zeichnete, war eine zentrale Steuerung der Entwicklung rund um Paris möglich.

Es dauerte nur wenige Jahre, bis der neue Aéroport einen Entwurf erhielt. Vom französischen Ministerrat wurde im Januar 1964 das Terrain im Osten von Roissy-en-France für den Bau des neuen Flughafens bestimmt. Das Gelände verteilte sich über drei Departements und sechs Gemeinden.

Die Fertigstellung des Flughafens Charles-de-Gaulle dauerte rund zehn Jahre. Verantwortlich für den Entwurf des Airports war der Architekt Paul Andreu.

Im Gegensatz zu anderen Flughäfen mussten in Roissy weder Umweltauflagen noch Bürgerproteste beachtet werden, weil das Gebiet nur spärlich besiedelt war.

Das erste Terminal wurde 1968 errichtet. Danach folgten die Nebengebäude von Telefon-, Klima- und Energiezentrale. Der 80 Meter hohe Kontrollturm fand 1972 seine Vollendung. Ein Jahr zuvor war die erste Landebahn fertiggestellt worden.

Als modern galten damals die parallel verlaufenden Start- und Landebahnen, die sich zur gleichen Zeit verwenden ließen. Dies war zudem ein großer Vorteil gegenüber dem Flughafen Orly, auf dem sich die Start- und Landebahnen mitunter gegenseitig blockierten.

Ursprünglich sollte der Flughafen den Namen Roissy tragen. Nach dem Tod Charles de Gaulles im Jahr 1970 entschied man sich jedoch, den neuen Airport noch vor seiner Eröffnung nach ihm zu benennen.

Die Einweihung des neuen Flughafens fand am 8. März 1974 statt.

Infrastruktur des Pariser Flughafens Charles-de-Gaulle

Derzeit verteilt sich der Passagierverkehr auf die Terminals 1, 2 und 3. Das Terminal 2 ist dabei eigentlich ein ganzer Komplex aus den Hallen 2A bis 2G, in dem man sich als Erstbesucher leicht verlaufen kann. Genau deshalb stellt der Flughafen am 16. März 2027 auf eine einfache Nummerierung von 1 bis 7 um.

Das Terminal 1 behält seinen Namen, das bisherige Terminal 3 heißt dann Terminal 2. Aus 2A und 2C wird Terminal 3, aus 2B und 2D wird Terminal 4. Die Hallen 2E, 2F und 2G werden zu den Terminals 5, 6 und 7. Die Gebäude selbst bleiben, wo sie sind. Schau aber genau auf dein Ticket, denn manche Airlines verwenden die neuen Namen schon jetzt.

Zwischen den Terminals, den Parkplätzen und den Bahnhöfen pendelt die kostenlose, fahrerlose Bahn CDGVAL. Am Bahnhof Aéroport CDG 2 TGV halten Hochgeschwindigkeitszüge, sodass du direkt nach Lyon, Brüssel oder auch zum Disneyland Paris in Marne-la-Vallée weiterfahren kannst. Der Flughafen verfügt über vier Start- und Landebahnen. Neben den klassischen Fluglinien steuern auch zahlreiche Billigflieger CDG an.

Verbindungen in Richtung Paris

Die wichtigste Verbindung in die Stadt ist die RER B. Sie bringt dich in gut einer halben Stunde zur Gare du Nord und weiter nach Châtelet. Dafür brauchst du das Ticket Paris Région <> Aéroports für 14 Euro. Kinder von 4 bis 9 Jahren zahlen 7 Euro.

Das Ticket gibt es nur noch digital, auf dem Navigo-Easy-Pass oder per App. Ein normales Métro-Ticket reicht für die Fahrt zum Flughafen nicht aus, und wer damit kontrolliert wird, riskiert eine Strafe.

Den beliebten Roissybus ab der Opéra gibt es seit März 2026 nicht mehr. An seine Stelle ist die Expressbuslinie 9517 getreten. Sie verbindet Argenteuil über Saint-Denis Pleyel mit Roissypôle und kostet nur den normalen Bustarif. Für die meisten Reisenden ist allerdings die RER B die bequemere Wahl.

Mit dem Auto erreichst du Paris über die Autobahn A1. Für Taxis gelten Pauschalpreise in die Stadt, deren Höhe davon abhängt, ob dein Ziel rechts oder links der Seine liegt.

Ab dem 28. März 2027 kommt eine echte Alternative hinzu. Der CDG Express fährt dann ohne Zwischenhalt in rund 20 Minuten zur Gare de l’Est, und zwar alle 15 Minuten zwischen 5 Uhr morgens und Mitternacht. Der Preis wird spürbar über dem RER-Ticket liegen, im Gespräch sind etwa 24 Euro. Langfristig soll außerdem die neue Métro-Linie 17 den Flughafen anbinden, das ist allerdings erst für 2030 geplant.

Flughafen Paris Orly
Der Flughafen Paris-Orly ( Sylvain Cambon pour Aéroports de Paris SA )

Flughafen Paris-Orly

Schon lange vor Charles-de-Gaulle gab es den Aéroport Paris-Orly, der rund 13 Kilometer südlich der Innenstadt liegt. 2025 zählte er knapp 35 Millionen Fluggäste und damit mehr als vor der Pandemie.

Seit Ende März 2026 hat sich hier einiges verändert. Air France hat sich nach 80 Jahren aus Orly zurückgezogen und bedient von hier nur noch Korsika. Die Lücke füllt die Konzerntochter Transavia France, die nun die meisten Inlandsstrecken nach Nizza, Toulouse und Marseille fliegt. Daneben prägen vor allem easyJet und Vueling das Bild, was Orly zunehmend zum Flughafen für Low-Cost-Flüge macht.

Geschichte des Flughafens Paris-Orly

Die ersten Wartungshallen auf dem Flughafen Paris-Orly entstanden schon in den-20er Jahren. Darunter befanden sich auch zwei große Luftschiffhallen.

1940 besetzte die Deutsche Luftwaffe das Gelände und führte von dort aus Angriffe auf England durch.

Nach dem 2. Weltkrieg konnte der Airport wieder als Zivilflughafen in Betrieb gehen. Der nördliche Bereich wurde jedoch von den US-Streitkräften bis 1967 als NATO-Stützpunkt benutzt.

Das Passagieraufkommen in Orly betrug schon 1948 215.000 Fluggäste.

Ab 1952 richtete sich die Air France im Terminal Nord ein. 1954 nahm der Tower Orly Nord seinen Betrieb auf. 1961 folgte der Tower Orly Süd. Im Jahr 1966 wurde ein neuer Kontrollturm fertiggestellt. 1971 schloss sich mit Orly West ein weiteres Terminal an.

Seit 1991 ist die führerlose U-Bahn Orlyval in Betrieb, die zwischen den Terminals und der S‑Bahnlinie RER B verkehrt.

Infrastruktur des Flughafens Paris-Orly

Das Areal des Airports umfasst eine Fläche von 15,5 Quadratkilometern. Lange blieb Orly optisch fast unverändert, was am Bau von Charles-de-Gaulle und an einer festen Obergrenze für Flugbewegungen lag. Zum Schutz der Anwohner gilt außerdem ein Nachtflugverbot, sodass zwischen 23:30 und 6 Uhr keine Starts stattfinden.

Die früheren Terminals Orly-West und Orly-Süd heißen seit 2019 Orly 1 bis 4 und sind durch einen gemeinsamen Neubau miteinander verbunden. Orly verfügt über drei Start- und Landebahnen.

Besonderheiten des Flughafens Paris-Orly

In südlicher Richtung des Flughafens lässt sich das Musée Delta besichtigen. Dort befindet sich eine Concorde, die an einigen Wochentagen auch von innen bewundert werden kann.

Verbindungen nach Paris

Die schnellste Verbindung ist seit Juni 2024 die Métro-Linie 14. Sie fährt direkt am Flughafen ab und bringt dich in rund 25 Minuten nach Châtelet, ganz ohne Umsteigen. Alternativ fährt die fahrerlose Bahn Orlyval zum Bahnhof Antony, wo du in die RER B umsteigst. Für beide Wege gilt dasselbe Ticket Paris Région <> Aéroports wie nach Charles-de-Gaulle, also 14 Euro.

Etwas langsamer, dafür günstig ist die Tram T7. Sie verbindet den Flughafen mit Villejuif-Louis Aragon, der Endstation der Métro-Linie 7, und gilt mit dem normalen Bus-Tram-Ticket.

Den Orlybus ab Denfert-Rochereau gibt es seit März 2025 nicht mehr, und auch die früheren Air-France-Busse fahren nicht mehr. Mit dem Auto führt die A6 am schnellsten in die Stadt.

Flughafen Paris-Beauvais-Tillé

Ein weiterer Flughafen, der gern mit Paris in Verbindung gebracht wird, ist der Aéroport Paris-Beauvais-Tillé (BVA). Ganz ehrlich: Mit Paris hat er geografisch wenig zu tun, denn er liegt rund 85 Kilometer nördlich der Hauptstadt am Rand der Stadt Beauvais.

Den Zusatz „Paris“ trägt er vor allem aus Marketinggründen. Trotzdem boomt er. 2025 nutzten rund 6,7 Millionen Passagiere den Flughafen, so viele wie nie zuvor.

Geschichte des Flughafens Paris-Beauvais-Tillé

Der Bau des Flughafens Paris-Beauvais-Tillé fand in den 30er-Jahren statt.

Während des 2. Weltkriegs besetzte ihn die Deutsche Luftwaffe.

Im September 1944 wechselte er in den Besitz der Alliierten über, die ihn notdürftig instandsetzten. Anschließend verwendete die US Army Air Force den Flugplatz bis 1945 als Einsatzbasis.

Nach Kriegsende erhielten die Franzosen das Gelände wieder zurück.

In der frühen Phase des Kalten Krieges diente der Aéroport als NATO‑Ausweichstützpunkt. Ab 1953 hatte die NATO jedoch keine Verwendung mehr für die Basis. Damit war der Weg für die Zivilluftfahrt frei und 1956 ging der Flughafen Paris-Beauvais-Tillé zu diesem Zweck in Betrieb.

1979 erhielt der Airport ein ziviles Terminal. Im Jahr 2005 erfolgte eine Modernisierung des Flughafengeländes. Seit 2010 ist er außerdem mit einem weiteren Terminal ausgestattet.

Im Gegensatz zu den Flughäfen Charles-de-Gaulle, Orly und Le Bourget erfolgt das Betreiben des Flughafens nicht durch Aéroports de Paris. Stattdessen ist ein kommunaler Zweckverband dafür verantwortlich.

Infrastruktur des Flughafens Paris-Beauvais-Tillé

Versehen ist der Flughafen Paris-Beauvais-Tillé mit den Terminals 1 und 2.

Des Weiteren sind je zwei Start- und Landebahnen vorhanden.

Anreise nach Paris

Mit dem Auto erreichst du Beauvais über die A16. Die meisten Reisenden nehmen aber den offiziellen Shuttlebus Aérobus. Er fährt seit Dezember 2025 wieder ab dem Busbahnhof an der Porte Maillot, im Schnitt alle 15 Minuten. Die Fahrt dauert etwa 1 Stunde 15 Minuten, je nach Verkehr auch länger, und kostet 17,90 Euro. Weitere Linien starten in Saint-Denis Université, an der Villette und am Disneyland Paris.

Wer lieber Zug fährt, nimmt ab der Gare du Nord einen Regionalzug nach Beauvais und steigt dort in einen Stadtbus zum Flughafen um.

Angeflogen wird Beauvais fast ausschließlich von Billigfliegern wie Ryanair und Wizz Air. Rund 80 Ziele in 30 Ländern stehen auf dem Flugplan.

Flughafen Le Bourget Paris
Flughafen Le Bourget in Paris ( Gwen Le Bras pour Aéroports de Paris SA )

Pariser Flughafen Le Bourget

Ebenfalls zu den Pariser Flughäfen zählt der Aéroport de Paris-Le Bourget im Département Seine-Saint-Denis, rund sieben Kilometer nordöstlich von Paris.

Heute dient er vor allem als Geschäftsflughafen und als Bühne für Flugshows. Ab voraussichtlich 2028 soll ihn die neue Métro-Linie 17 mit eigenem Bahnhof direkt an Saint-Denis Pleyel anbinden.

Geschichte des Pariser Flughafens Le Bourget

In Betrieb ist der Flughafen Le Bourget seit 1919.

Vor der Einrichtung des Airports Paris-Orly war er der einzige Flughafen der französischen Hauptstadt.

Ab 1919 steuerten die Fluglinien von Le Bourget aus London an.

Zu internationaler Berühmtheit kam der Flughafen 1927 durch die Landung von Charles Lindbergh, der seinerzeit ohne Zwischenlandung und allein den Atlantik überquert hatte.

Während des 2. Weltkrieges nutzte die Deutsche Luftwaffe Le Bourget für die Stationierung ihrer Einheiten.

In den 60er-Jahren wurden von der Fluggesellschaft Union de Transports Aériens mehrere Werften eingerichtet.

Seit 1977 findet in Le Bourget kein internationaler Flugverkehr mehr statt. Im Jahr 1980 kam es auch zum Ende der Inlandsflüge. Seitdem dient der Aeroport nur noch als Geschäftsflughafen.

Besonderheiten des Pariser Flughafens Le Bourget

Auf dem Flughafen Le Bourget ist das Musée de l'air et de l'espace (Museum für Luftfahrt und Weltraum) untergebracht.

Seit 1953 findet hier alle zwei Jahre die Pariser Luftfahrtschau statt, die nächste Ausgabe ist im Juni 2027.

Ferner hat die französische Untersuchungsbehörde für Flugunfälle (BEA) auf dem Gelände des Airports ihren Sitz.

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