Weihnachten in Frankreich

Weihnachten Frankreich
Eine festliche Dekoration gehört auch in Frankreich zum Weihnachtsfest ( © Atout France/Fabrice Milochau )
Wie in vielen europäischen Ländern feiert man Weihnachten in Frankreich als großes Fest, an dem die Familie zusammenkommt. Zwar wird schon in der Vorweihnachtszeit weihnachtlich dekoriert, Adventskalender, wie sie in Deutschland gerne verwendet werden, sind in Frankreich allerdings nicht üblich.

Wie verläuft der Heilige Abend in Frankreich?

Der Heilige Abend beginnt zunächst jedoch als ganz normaler Arbeitstag, die Kinder gehen zur Schule, Geschäfte haben oft noch bis 18 oder 20 Uhr geöffnet. So beginnt für die Familie das Weihnachtsfest erst mit der Mitternachtsmesse in der festlich geschmückten Kirche, die, anders als ihr Name vermuten lässt, oft schon am frühen Abend stattfindet. Anschließend trifft man sich zum klassischen Weihnachtsessen, „le réveillon“, das traditionell aus einem mit Kastanien gefüllten Truthahn oder einem Kapaun mit Pflaumenfüllung besteht. Dazu werden gerne Austern, der typisch französische „foie gras“, die gestopfte Gänseleber, sowie kandierte Maronen gereicht. Fisch, Käseplatten und andere Delikatessen runden das reichhaltige Weihnachtsmahl ab. Als Getränk wird prickelnder Champagner serviert. Besonders wichtig ist auch die so genannte "bûche de Noël“, der Weihnachtsbaumkuchen. Dieser geht zurück auf den Brauch, am Weihnachtsabend einen Baumstamm zu verbrennen. Dessen Asche wurde nach den Feiertagen auf den Feldern verstreut, was Glück und eine erfolgreiche Ernte verheißen sollte.

Wie man zu Weihnachten in Frankreich das Haus dekoriert

Das Haus oder die Wohnung werden oft mit Stechpalmenzweigen dekoriert, die Erfolg für das kommende Jahr versprechen. In den meisten Haushalten findet sich auch eine Weihnachtskrippe. Natürlich gibt es in französischen Haushalten auch einen Weihnachtsbaum, den „sapin décoré“, oder „sapin de Noël“, der ebenso wie in Deutschland farbenfroh geschmückt wird. Was viele nicht wissen: Die Tradition des Weihnachtsbaums entstand im französischen Elsass und verbreitete sich von hier aus in ganz Europa.

Und wer bringt die Geschenke?

Die Weihnachtsgeschenke bringt der Père Noël, wie der Weihnachtsmann in Frankreich genannt wird, in der Nacht vom 24. auf den 25. Dezember. Die Kinder stellen ihre Schuhe neben den Kamin oder unter den Weihnachtsbaum. Der in einen roten Mantel mit Zipfelmütze oder Kapuze gekleidete „Weihnachtsvater“, trägt die Geschenke in einer Holzkiepe auf dem Rücken mit sich und klettert heimlich in der Nacht durch den Schornstein, um die bereitgestellten Schuhe mit den Geschenken zu füllen. Die Bescherung findet dann am Morgen des 25. Dezember statt. Anders als zum Beispiel in Deutschland, ist der 26. Dezember in Frankreich kein Feiertag mehr. Das Weihnachtsfest endet mit dem 25. Dezember.

Regionale Unterschiede

'Das' Weihnachten in Frankreich gibt es streng genommen gar nicht. Denn regional gibt es natürlich eine Reihe unterschiedlicher Weihnachtsbräuche. In der Provence werden häufig Krippenspiele veranstaltet. Auch fällt das Weihnachtsessen sehr opulent aus. Mit 7 Mahlzeiten und 13 verschiedenen Nachspeisen wird das letzte Abendmahl symbolisiert. Das Probieren von allen 13 Desserts soll für das kommende Jahr Glück und Gesundheit versprechen. Im Elsass beginnt die Weihnachtszeit mit dem ersten Advent und endet erst am Dreikönigstag im Januar. Krippenspiele sind ein wichtiger Bestandteil des Weihnachtsfestes, in der Vorweihnachtszeit werden Weihnachtsmärkte veranstaltet und die Häuser festlich geschmückt und beleuchtet. Am 4. Dezember werden Zweige von einem Obstbaum abgeschnitten, die im Wohnzimmer in eine Vase gestellt werden. Blühen diese Zweige dann zum Weihnachtsfest, gilt das als ein glückliches Vorzeichen für den Verlauf des kommenden Jahres.

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Adventszeit in Frankreich und Deutschland im Vergleich

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