Conciergerie

Conciergerie

Conciergerie Paris
Während der Französischen Revolution diente die Conciergerie als Gefängnis ( © Beboy - Fotolia.com )

Die Conciergerie war seit dem frühen Mittelalter Residenz der Kapetinger. Später, besonders während der Französischen Revolution, nutzte man sie als Gefängnis. Die Conciergerie ist heute Museum und hat eine abwechslungsreiche Geschichte hinter sich.

Königliche Machtzentrale

Die Île de la Cité liegt mitten in der Stadt. Hier eine Königsresidenz zu erbauen, das Palais de la Cité, geschützt durch das Wasser der Seine, lag nahe. Vorher stand hier jahrhundertelang eine Münzprägeanstalt, nun wurde das neue Gebäude, nach der Herrscherfamilie Capet auch als Palais des Capétien bekannt, das wichtigste Frankreichs.

1358 entschied sich der König angesichts eines revolutionären Überfalls zum Umzug und residierte fortan im Louvre. Das Parlament erhielt weite Teile des Palais und brachte hier unter anderem die Justiz unter. Einen Teil bezog ein Concierge – das heutige Wort für Hausmeister griff früher weiter, es bezeichnete einen Burgvogt und Verwalter –, von dem sich der Name Conciergerie herleitet. Da diese außerdem allmählich als Gefängnis diente, übertrug man den Personenbegriff kurzerhand auf die Wärter.

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Kein schöner Ort für Unerwünschte

Es waren bereits zu früheren Zeiten Gefangene in der Conciergerie eingesperrt worden - immer mit zu wenig Personal und katastrophalen hygienischen wie physisch und psychisch bedenklichen Verhältnissen. Berühmt wurde das Haus aber erst durch seine prominenten Gefangenen während der Französischen Revolution, allen voran Marie Antoinette. Die Königin von Frankreich wurde hier vom 1. August 1793 bis zu ihrer Enthauptung am 16. Oktober 1793 festgehalten. Ihr Gatte, Ludwig XVI., war bereits im Januar hingerichtet worden.

Berühmte Gefangene

Auch andere politische und literarische Größen der Zeit, beispielsweise André Chénier, die berühmte Dubarry, Georges Danton, gestürzt von Robespierre, und dieser selbst, der seinerseits weit über 1.000 Hinrichtungen während der Revolution zu verantworten hatte, warteten hier auf ihr Ende. Die Gefängnisliste verzeichnete auch später Prominenz, beispielsweise zeitweise Napoleon III.

Revolutionsmuseum und Zelle der Marie Antoinette

Justizarbeiten werden heute noch ausgeführt, doch ist ein Teil der Conciergerie als Revolutionsmuseum zu besichtigen. Unter anderem wurde die Zelle der unglückseligen Königin zu einer Kapelle umgebaut. Der größte gotische Saal weltlicher Herrschaft in Frankreich befindet sich ebenfalls hier. Er diente den Wachen als Unterkunft, bevor er Gefangenenlager wurde. Mit Puppen werden den Besuchern Momente der Vergangenheit lebhaft vor Augen geführt.

Wie du zur Conciergerie kommst

Die kürzeste Fußstrecke legen Reisende von der Metrostation Cité bis zur Conciergerie zurück. Etwas weiter läuft man von der Kirche Notre-Dame am anderen Ende der Île de la Cité – dafür erreicht man diese beispielsweise mit den Bateaux Parisiens, einer Mischung aus Flusskreuzfahrtschiffen und Stadttaxis.

Die beeindruckende Kulisse der Conciergerie kann man sehr gut von der Nordseite der Seine betrachten und dann zu Fuß über den Pont au Change zu dem Bauwerk gelangen.

Reiseinfos
Adresse

Conciergerie
2 Boulevard du Palais
75001 Paris
Frankreich

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