Triumphbogen – Arc de Triomphe

Arc de Triomphe de l’Étoile

Triumphbogen Paris
Der Triumphbogen in Paris wurde im 19. Jahrhundert errichtet ( © norbel - Fotolia.com )

Mit dem Triumphbogen verdeutlichte Napoléon seinen Machtanspruch.

Heute ist der Arc de Triomphe ein touristischer Höhepunkt der Champs-Élysées und ein Nationalsymbol Frankreichs.

Die Champs-Élysées enden an der Place Charles de Gaulle, benannt nach dem französischen General des Zweiten Weltkrieges.

Der auf diesem Platz stehende Triumphbogen ist deutlich älter: Napoléon Bonaparte ließ ihn herstellen zur Erinnerung an seine Siege, die zu dieser Zeit gekrönt waren von der Schlacht bei Austerlitz 1806.

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Paris und der Triumphbogen

Der Triumphbogen – oder der Arc de Triomphe, wie er auf Französisch heißt – ist neben dem Eiffelturm und Notre-Dame wohl die bekannteste Sehenswürdigkeit in Paris.

Mindestens einmal solltest du dir die sternenförmig angelegte Place Charles-de-Gaulle mit dem mächtigen Triumphbogen ansehen und auch das unglaubliche Verkehrschaos bewundern, das sich hier Tag für Tag abspielt.

Für Ortsunkundige ist kaum verständlich, wie ein Autofahrer eine Runde um den Platz mit den zwölf abgehenden Prachtstraßen schafft, ohne auch nur einen einzigen Kratzer in sein Auto zu fahren.

Was also musst du rund um den Triumphbogen wissen, und was solltest du nicht verpassen, wenn du hier in Paris bist?

Arc de Triomphe – ein Monument zu Ehren Napoléons

Eigentlich wurde der Triumphbogen im Auftrag von Kaiser Napoléon erbaut. Er wollte auf der Achse zwischen dem Louvre, der Place de la Concorde und La Défense ein Prachtbauwerk zu seinem eigenen Gedenken schaffen.

Schon die Lage ist phänomenal, denn der Bogen steht genau in der Mitte der riesigen Place Charles-de-Gaulle, von wo aus insgesamt zwölf breite Straßen – die sogenannten Avenues – abgehen.

Sie laufen sternenförmig auf den Platz zu, somit darf der Triumphbogen als das zentrale Monument des großen Platzes betrachtet werden.

Die Parallelen zu dem Selbstverständnis von Kaiser Napoléon liegen auf der Hand.

Den Auftrag für den Bau dieser Sehenswürdigkeit gab Napoléon im Jahr 1806, nachdem er die Schlacht von Austerlitz gewonnen hatte. Er wollte mit diesem Bau seine bisher errungenen Siege feiern.

Außerdem hatte er seinen Soldaten noch in der Schlacht versprochen, dass sie, sofern sie siegreich verlaufen würde, durch einen Triumphbogen nach Hause heimkehren würden.

Allerdings zog sich der Bau des Monuments enorm in die Länge. Zwei Architekten, die den Bau begannen, starben noch während der Bauphase.

Allein der Bau der soliden Fundamente dauert nach der Grundsteinlegung am 15. August des Jahres 1806 rund zwei Jahre.

Im Jahr 1810 konnte man dann erstmals die Pylonen des Bogens sehen, allerdings war ihre Höhe lange auf nur einen Meter begrenzt.

Anlässlich seiner Hochzeit mit der Prinzessin Marie-Louise von Habsburg ließ der Kaiser ein Modell aus Stuck und Holz in der original geplanten Größe anfertigen.

Das Modell diente als Ehrenpforte und war lange Zeit der Platzhalter des noch nicht fertiggestellten Bogens.

Dennoch konnten die Franzosen und auch die Besucher eindrucksvoll erkennen, wie riesig der Bogen eines Tages werden sollte.

Im Jahr 1814 musste der Kaiser abdanken. Erst im Jahr 1824 nahm man den Bau wieder auf. Der damalige „Bürgerkönig“ setzte sich für den Bau ein und folgte sogar dem ursprünglichen Stil der napoleonischen Ausgestaltung.

In der Folge wurden die Bögen mit vielen Figuren verziert. Insgesamt zog sich die Bauzeit fast 30 Jahre in die Länge, denn die endgültige Fertigstellung erfolgte erst im Jahr 1836 am 29. Juli.

In dieser Zeit hatte der französische Kaiser nicht nur abgedankt, sondern er war längst verstorben. Dessen ungeachtet hat der Triumphbogen bis heute nichts von seiner Anziehungskraft verloren.

Auch die gigantischen Ausmaße dürfen wohl ein wenig als Symbol für den erfolgsverwöhnten Feldherrn verstanden werden.

Das Monument ist 49,5 Meter hoch und 44,8 Meter breit, es gehört zu der sogenannten „Historischen Achse“. Darunter fällt eine Reihe von historischen Bauten und berühmten Prachtstraßen, die vom Zentrum aus in die Vororte führen.

Der Platz in seiner heutigen Form entstand schon rund um das Jahr 1854 und hat sich seit diesem Zeitpunkt im Grunde kaum verändert.

Ursprünglich gingen allerdings nur vier Straßen von dem monumentalen Platz aus.

Arc de Triomphe
Monumental: Der Arc de Triomphe in Paris ( © Matthis Dollwet )

Der Triumphbogen als steinernes Dokument französischer Siege

Auf den ersten Blick mögen die vielen kleine Figuren wenig ausdrucksvoll erscheinen. Sie stehen aber für das Erbe der französischen Geschichte und sind deshalb einen genauen Blick wert.

Hier wurden nämlich verschiedene Kriege oder auch Widerstände eingraviert und für die Ewigkeit erhalten. Der architektonische Stil ist an die alten Römer angelehnt.

Auf der Basis des Bogens sieht man zum Beispiel vier Gruppen von Figuren. Sie stehen für den Triumph des Jahres 1810, für Widerstand und Frieden, für die Marseillaise oder für den Auszug von Freiwilligen aus dem Jahr 1792.

Interessant ist die Darstellung der ausziehenden Kämpfer, sie sind offensichtlich in einer revolutionären Gesinnung unterwegs, wie man der Szene entnehmen könnte.

Man könnte meinen, sie pfeifen das damals noch neue Lied der Marseillaise vor sich hin, das als Sinnbild der Französischen Revolution gerade erst seinen Siegeszug begann.

Die inneren Wände des Bogens sind wie ein kleines Museum ausgestattet. Hier sind 558 Namen von Angehörigen des französischen Militärs aufgeführt, so zum Beispiel die Namen von berühmten Generälen, die in den Kämpfen ums Leben kamen.

Aufgeführt sind außerdem 136 Kämpfe, darunter die wichtigsten 30 Schlachten von Napoléon, sie stehen an erster Stelle in einer Höhe von rund 50 Metern. Etwas darunter angesiedelt stehen weitere 106 Kriege.

Interessant ist allerdings, dass lediglich Schlachten aufgeführt sind, in denen die französische Armee den Sieg erringen konnte.

Triumphbogen Arc de Triomphe
Der Triumphbogen in Paris bei Nacht ( Samot / Shutterstock.com )

Bis heute ein Mahnmal für den Frieden

Bei aller Pracht ist der Triumphbogen auch ein beeindruckendes Mahnmal, das an den Frieden erinnern soll.

Am Fuß des Bogens liegt das Grabmal des unbekannten Soldaten. Es stammt aus dem Ersten Weltkrieg.

Seit dem Jahr 1920 wird hier eine Flamme entzündet, die eine Erinnerung für die unzähligen Opfer sein soll, die man niemals mit Namen identifizieren konnte.

Die „Ewige Flamme“ – auf Französisch auch als „Flamme du Souvenir“ bezeichnet – ist bis heute für Reisende ein interessanter Anziehungspunkt, aber auch ein Ort des Gedankens und der Erinnerung, dass Ereignisse wie der Erste Weltkrieg nie mehr wiederkehren dürfen.

Seit 1920 leuchtet die Ewige Flamme und wird jeden Abend genau um 18.30 Uhr neu angezündet.

Zu offiziellen nationalen und internationalen Anlässen finden hier Ehrungen und Kranzniederlegungen statt.

Die bekannte Militärparade zu Ehren des Nationalfeiertags am 14. Juli beginnt am Arc de Triomphe.

Und wer die Berichte in den Medien verfolgt, kann gerade im Mai und im November die Gedenkveranstaltungen zum Ende des Ersten und des Zweiten Weltkriegs verfolgen, zu denen sich die Politiker aus aller Welt vor dem mächtigen Bauwerk vereinen und in Freundschaft präsentieren.

Einer der Höhepunkte dieser Feiern ist sicher der 11. November. Das ist der Jahrestag des zwischen Deutschland und Frankreich im Jahr 1918 abgeschlossenen Waffenstillstands nach dem Ersten Weltkrieg.

An diesem Tag finden bis heute Feierlichkeiten vor dem Triumphbogen statt, an denen auch schon deutsche Politiker teilnehmen durften.

Einer der schönsten Aussichtstürme in Paris

Der Arc de Triomphe sieht nicht nur spektakulär aus – er bietet auch eine unvergleichliche Aussicht über die tosende Place Charles-de-Gaulle.

Vor allem den Blick über die Champs-Élysées bis hinunter zum Louvre solltest du nicht verpassen.

Außerdem hast du von hier aus einen tollen Ausblick auf den Eiffelturm.

Wenn du nach dem Besuch auf der Aussichtsplattform noch ein wenig Zeit hast, besuche die Inschriften, die sich direkt unter der Plattform befinden. Hier bekommst du einen sehr guten Einblick in die Geschichte der Sehenswürdigkeit und ihrer Bedeutung für die Stadt Paris.

Außerdem erfährst du viele interessante Details über die Geschichte der großen französischen Armeen.

Um auf die Plattform zu gelangen, läufst du übrigens über eine Treppe mit jeweils 284 Stufen. Hinunter in das Museum geht es dann mit einem Fahrstuhl.

Willst du von der Aussichtsplattform direkt nach unten laufen, führt dich wieder eine Treppe mit 284 Stufen zum Ausgang.

Bedeutend auch für die neuere Geschichte

Der Triumphbogen ist nicht nur ein Mahnmal für den Frieden und der Ort von beeindruckenden Kranzniederlegungen. Immer wieder unternahmen kühne Piloten den Versuch, durch die Bögen hindurch zu fliegen.

Schon im Jahr 1919 gelang dies dem Piloten Charles Godefroy. Im gleichen Jahr hatte ein Veteran des Ersten Weltkriegs das gleiche Kunststück versucht, war bei diesem Versuch aber verunglückt und starb schließlich an seinen schweren Verletzungen.

Auch im Jahr 1981 wurde der Bogen von einem Piloten durchflogen, damals gelang Alain Marchand das Kunststück.

Die jährliche Radrennfahrt Tour de France endet seit 1975 auf den Champs-Élysées, von dort aus wird eine letzte Ehrenrunde um den Triumphbogen gedreht.

Es ist wohl der Traum jeden Radrennfahrers, diese Runde einmal in seiner Karriere zu drehen.

Noch bis zum Jahr 2013 war diese Ehrenrunde übrigens nicht üblich, sie beschränkte sich vielmehr auf eine Wende direkt vor dem Triumphbogen.

Ein Mahnmal in Sinne von Frieden und Freiheit war der Triumphbogen auch am 09. Januar 2015.

Mit den Worten „Paris est Charlie“, die in riesigen Buchstaben auf das Monument projiziert wurden, macht man als Abwandlung des berühmten „Je suis Charlie“ deutlich, dass sich ganz Paris zur Meinungs- und zur Pressefreiheit bekennt und damit zu den wichtigsten Werten eines jeden demokratischen Staates.

Es war eine Bekundung der Solidarität mit den Verstorbenen und ihren Angehörigen, die den Anschlägen auf das Satiremagazin Charlie Hebdo zum Opfer gefallen waren.

Leider ist der Triumphbogen auch immer wieder das Zentrum bei Ausschreitungen und Protesten, wie zum Beispiel im Rahmen der Bewegung der Gelbwesten Anfang Dezember 2018. Damals wurden einige der Figuren des Monuments massiv beschädigt.

So kommst du zur Place Charles-de-Gaulle und zum Triumphbogen

Der Triumphbogen ist gut mit der Métro zu erreichen. Die Station heißt Charles de Gaulle – Étoile.

Angefahren wird die Station von den Linien M1, M12, M6 und dem RER A.

Die Adresse ist Place Charles-de-Gaulle in 75008 Paris, und mit diesen Angaben kannst du sehr gut auch zum Triumphbogen laufen.

Als Fußgänger solltest du auf keinen Fall versuchen, die Place Charles-de-Gaulle mit ihren unzähligen viel befahrenen Straßen zu überqueren. Das ist nicht nur lebensgefährlich, sondern auch verboten.

Allerdings gibt es zwei Unterführungen, um auf die Insel in der Mitte des Platzes zu gelangen. Die Eingänge befinden sich jeweils an der Champs-Élysées und an der Avenue de la Grande Armée.

In der Ferienzeit musst du unter Umständen mit Wartezeiten rechnen.

Am besten kommst du deshalb nicht kurz vor dem Ende der Öffnungszeit. Rechne genügend Zeit für den Aufstieg ein, damit du die Aussicht von der Plattform genießen kannst und auch dem Museum einen Besuch abstatten kannst.

In der Weihnachtszeit kann es hier übrigens recht voll werden. Vom Triumphbogen aus hast du nämlich eine wunderschöne Aussicht auf die angrenzenden Straßen und Gebäude, die mit einer Weihnachtsbeleuchtung besonders schön aussehen.

Auch das Riesenrad auf der Place de la Concorde siehst du dann sehr schön angestrahlt.

Diesen Ausblick solltest du dir als ein Highlight deiner Parisreise nicht entgehen lassen.

Reiseinfos
Adresse

Arc de Triomphe de l’Étoile
Place Charles de Gaulle
75008 Paris
Frankreich

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