Sainte-Chapelle

Sainte-Chapelle

Die Sainte-Chapelle, die im April 1248 in Paris geweiht wurde, ist die Kapelle des früheren Königspalastes. Architektonisch ist sie ein beeindruckendes Beispiel für den Stil der Hochgotik, der damals der Kunstszene seinen Stempel aufdrückte.

Interessierte erreichen die Kirche auf der Île de la Cité über die Metrostation Cité, zu Fuß beispielsweise durch einen kleinen Spaziergang von der nicht weit entfernten Schwester Notre-Dame aus oder mit den Bateaux, den Wassertaxis, die Touristen natürlich auch zur Île fahren.

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Bezaubernde Kunst als Außenansicht

Die Sainte-Chapelle ist der Heiligen Jungfrau geweiht und wurde auf Befehl Ludwigs IX., genannt der Heilige, gebaut. Sie diente als Aufbewahrungsort der wertvollen Passionsreliquien, bestehend aus der Dornenkrone Christi, Kreuzesteilen und der angeblichen Lanzenspitze des römischen Hauptmanns Longinus.

Der wahrscheinliche Erbauer der Heiligen Kapelle - so die wörtliche Übersetzung -, war Pierre de Montreuil, auch als Pierre de Montereau bekannt. Er wurde mit einer Statue am Hôtel de Ville in Paris verewigt. Sicher ist, dass er später an der heute weltberühmten Kirche Notre-Dame de Paris auf der Ostseite der Insel weiterarbeitete.

Teil des Königssitzes

Die Sainte-Chapelle war einst Teil des königlichen Regierungssitzes Palais de la Cité. Hier residierten die Könige Frankreichs 400 Jahre lang, bevor sie Mitte des 14. Jahrhunderts zunächst in das Hôtel Saint-Paul nahe der Bastille und später in den vergrößerten Louvre umzogen.

Die Kapelle ist neben der Conciergerie und dem Justizpalast eines der drei Einzelmonumente des früheren Herrschaftssitzes.

Prachtvolle Innenräume

Zwar ist nach einer wechselvollen Geschichte die Innenausstattung nach der Restaurierung und mancher Rekonstruktion nicht mehr hundertprozentig original, doch über 700 Fenster, teilweise bis zu 15 Meter hoch, sollen noch ursprünglich, das heißt Werke des 13. Jahrhunderts sein und manche Wiederherstellung, beispielsweise aus dem 19. Jahrhundert, hat selbst bereits geschichtlichen Wert.

Dazu gehören zahlreiche Figuren, darunter jene des Eingangs sowie die mannshohen Abbilder der Apostel an den Innenwänden. Während die hohen Fenster Bücher der Bibel zeigen, findet sich in der Rosette die Apokalypse wieder. Die niedrige Unter- und die höhere Oberkapelle, verbunden durch eine Wendeltreppe, prunken mit unglaublichen Blau- und Goldtönen.

Gotische Baukunst

Bildschön sind die vielen Fenster mit ihrem Farbenreichtum. Manche Fachdidkussion dreht sich um die Authentizität dieser Farbenpracht, doch ist sie wohl historisch korrekt.

Als zweigeschossige Palastkapelle stellt die Sainte-Chapelle per se etwas Besonderes dar. Die untere Kapelle stand dem einfachen Volk zur Verfügung, die obere dem König und seinem Hofstaat.

Sehenswert sind natürlich auch außen die feinen Baustreben sowie der Dachreiter - zarte gotische Baukunst vom Feinsten.

Reiseinfos
Adresse

Sainte-Chapelle
8 Boulevard du Palais
75001 Paris
Frankreich

Sehenswürdigkeiten