Canal Saint-Martin

Canal Saint-Martin

Canal Saint-Martin Paris
Der Canal Saint-Martin wurde 1825 eröffnet ( © Paris Tourist Office - Photographer : Jacques Lebar )

Entlang dem Canal Saint-Martin kann man sehr angenehm spazieren gehen. Natürlich kann man den Kanal und seine lebendigen Quais auch mit dem Boot erkunden. Der Canal Saint-Martin verbindet eine Schleife der Seine vom Bassin de la Villette mit dem Port de l’Arsenal.

Der Kanal mitten in Paris gehört zu den vielen Sehenswürdigkeiten der Stadt, die nur wenigen bekannt sind. Der heute in erster Linie für Ausflugsdampfer genutzte Wasserweg durchläuft die Arrondissements 10, 11 und 12. Zum malerischsten Teil des Kanals führen die Métro Linien 2, 5 und 7 (Station Stalingrad).

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Canal Saint-Martin – ein neuer Schifffahrtsweg durch Paris

4,5 Kilometer zieht sich der Canal Saint-Martin durch die französische Hauptstadt. Dabei passiert er fünf Schleusen, von denen vier als Doppelschleusen dafür sorgen, dass Höhenunterschiede von 25 Metern überwunden werden.

Die Idee zum Bau eines Kanals, der die Wasserwege für die Lastkähne auf der Seine verkürzen sollte, hatte bereits Ludwig XIV. Doch erst unter Napoleon Bonaparte nahmen die Baupläne Gestalt an. 1802 entschied der Kaiser, dass der Kanal vor allem die Trinkwasserversorgung der Stadt sicherstellen sollte, und begann 1805 mit dem Bau.

Da das Bett des Kanals mitten durch belebte Stadtviertel verlief, mussten viele Häuser abgerissen werden. Dadurch verzögerte sich die Bauzeit bis zum Jahre 1825. Eine große Bauleistung war die Unterquerung des Place de la Bastille, auf 180 Metern verläuft der Kanal unterhalb des Platzes.

Umwandlung zur Uferpromenade

Während des Zweiten Kaiserreiches unter Napoleon III. erhielt die Stadt Paris durch den Stadtpräfekten Baron Haussmann an vielen Stellen ein ganz neues Gesicht. So schuf der Stadtplaner einen wunderschönen Boulevard entlang dem Kanal, der heute den Namen Boulevard Voltaire trägt.

Für dieses Bauvorhaben wurde ein zwei Kilometer langes Stück des Canal Saint-Martin unterirdisch verlegt. Dadurch hat man den Bau stabilerer Brücken ermöglicht.

Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts wurde der Kanal von der Schifffahrt genutzt, seit einer großen Renovierung können Besucher der Stadt das pittoreske Stadtbild vom Wasser aus genießen.

Canal Saint-Martin
Der Canal-Saint-Martin ist ein beliebter Treffpunkt der Pariser ( © Matthis Dollwet )

Inspiration für Künstler und Filmemacher

An den Straßen entlang dem Wasserweg lassen sich lange Spaziergänge machen, die einen ganz romantischen und sehr ruhigen Teil von Paris zeigen. Das Ufer wurde mit vielen Bäumen bepflanzt, sodass sich der Wasserlauf wie ein grüner Faden durch die Stadt zieht.

Den romantischen Anblick wusste bereits der Maler Alfred Sisley zu schätzen, der den Kanal 1870 auf einem Ölgemälde verewigte.

Auch Schriftsteller und Filmemacher haben den Canal Saint-Martin in ihre Arbeiten einbezogen. So ließ der Kriminalschriftsteller Georges Simenon Teile seiner Maigret-Romane am Kanal spielen.

Sehr bekannt ist der Film „Die zauberhafte Welt der Amélie“ mit Audrey Tautou in der Hauptrolle, in dem Saint Martin einen Teil der Kulisse darstellt.

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