Kabarett Lapin Agile in Montmartre

Lapin Agile

Le Lapin Agile ist ein berühmtes Pariser Kabarett. Hier kehrten auch schon Picasso und van Gogh ein. Wer sich entschließt, zu den Kleinkünstlern ins „Lapin Agile“ (ins „flinke Kaninchen“) zu gehen, muss im 18. Arrondissement auf den Montmartre, nur wenige Schritte nördlich der Sacré-Cœur.

Die Metrolinie 12 hält an der Station Lamarck-Caulaincourt. Von hier aus ist es nur ein Katzensprung bis zu dem kleinen Häuschen, vorbei an dem Friedhof Saint-Vincent. Auch er lohnt mit seinen prominenten Gräbern einen Besuch. Wer mit dem Wagen anreist, kann die Parkmöglichkeit an der Rue Custine nutzen und erreicht das Kabarett in etwa fünf Minuten.

Eine Schenke mit Geschichte

1860 entstand das Viertel, das wir heute als Montmartre kennen, durch die Zusammenlegung der drei Pariser Vororte Clignancourt, Montmartre und La Chapelle. Es war ein vor allem künstlerisch geprägter Stadtteil. Die sich heute auf dem Montmartre, besonders vor Sacré-Cœur präsentierenden Aussteller dienen eher als Touristenattraktion.

Das Kabarett „Zum flinken Kaninchen“, damals eine Schenke, passte mit seinen wechselnden Bezeichnungen der frühen Jahre sehr gut in das wenig konservative Künstlerleben: So hieß die Kneipe zunächst „Zum Treffpunkt der Diebe“, später „Kabarett der Mörder“.

André Gill und das Lapin Agile

1875 malte der Karikaturist André Gill eines seiner letzten Werke, bevor er 1880 in geistige Umnachtung fiel und 1885 starb: das Schild des „flinken Kaninchens“. Abgebildet ist ein beschwipster Hase, der gewandt aus einer Pfanne springt. Das Wortspiel bedeutet auch Lapin à Gill (das Kaninchen von Gill). Dem Mörderkabarett gefiel der Name so gut, dass es sich in Lapin Agile umbenannte. Eine Kopie des Schildes hängt noch heute an der Fassade. Der Maler selbst ist auf dem Cimetière Père-Lachaise begraben, seine Büste können Interessiere am Ende der Sackgasse Rue des Martyrs besuchen, die ein Stück südlich von Sacré-Cœur verläuft.

Bis heute ein Haus mit Künstleratmosphäre

In dem Kabarett verkehrten damals zahlreiche Künstler, darunter die Lyriker Paul Verlaine und Guillaume Apollinaire sowie der Maler Maurice Utrillo, dessen Grab sich auf dem erwähnten nahen Cimetière Saint-Vincent befindet. Im Goldenen Buch des Hauses haben sich Unzählige von ihnen mit Zeichnungen, Noten, Versen und kleinen Farbgemälden verewigt. Ein kleines Museum gibt Auskunft über die bewegte Geschichte.

Bis heute wird im Lapin Agile Kleinkunst dargeboten, Autoren und Dichter tragen Verse und Lieder vor. Wer zuhören möchte, sollte allerdings die Landessprache beherrschen.

Reiseinfos
Adresse

Lapin Agile
22 Rue des Saules
75018 Paris
Frankreich

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