Stadtwald Bois de Vincennes

Bois de Vincennes

Bois de Vincennes
Sommer im Bois de Vincennes ( © Paris Tourist Office - Photographer : Amélie Dupont )

Der Bois de Vincennes ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Paris. In dem Waldgebiet befindet sich nicht zuletzt eine Trabrennbahn. Auch mehrere Reitclubs sind dort ansässig. Den Stadtwald teilen sich das Quartier du Bel-Air und das Quartier de Picpus im 12. Arrondissement. Erreichbar ist der Park mit der Métrolinie 1, Station Porte de Vincennes.

Naherholungsgebiet und beliebtes Ausflugsziel

Der Bois de Vincennes im Osten von Paris gehört mit dem im westlichen Teil der Stadt liegenden Stadtwald Bois de Boulogne zu den beliebten Ausflugszielen der Pariser.

Auf knapp zehn Quadratkilometern wurde der Stadtwald im Stil eines englischen Landschaftsparks errichtet. Waldflächen mit Reit- und Wanderwegen nehmen über ein Drittel der Parkfläche ein. Drei künstliche Seen mit Inseln, zahlreiche Sportanlagen sowie der Parc Floral, ein Blumenpark, sorgen für Abwechslung.

Der Théatre de la Cartoucherie, die Botanikschule École Du Breuil mit Arboretum, ein Modell-Bauernhof sowie zahlreiche Bildungs- und Forschungseinrichtungen befinden sich auf dem großen Gelände. Fahrräder und Ruderboote können gemietet werden, zudem gibt es viele Restaurants und Kaffeegärten.

Jagdrevier seit dem 9. Jahrhundert

Lutetia, das antike Paris wurde früher von einer Waldkrone umgeben. Reste diese Waldkrone sind noch heute Teil des Bois de Vincennes. Seit dem 9. Jahrhundert zählte das Gebiet zur Diözese von Paris, im 11. Jahrhundert gehörte der Wald dem König und wurde von ihm als Jagdrevier genutzt.

Im 12. Jahrhundert ließ König Philipp II. Auguste eine zwölf Kilometer lange Mauer zum Schutz des Waldes errichten, zudem wurden Rehe und Hirsche ausgesetzt. Ein königlicher Jagdpavillon wurde durch ein Herrenhaus ersetzt, das man im 14. Jahrhundert zum Schloss von Vincennes vergrößerte.

Da der Wald während der Kriege durch Holzschlag viel Bäume verlor, ließ König Olivier le Daim im Jahr 1475 über 3.000 Eichen anpflanzen. Unter Ludwig XIV. wurde der Wald im 17. Jahrhundert vergrößert und aufgeforstet; langsam entwickelte er sich zu einem künstlichen Park.

Künstlerisch gestaltete kreisförmige Plätze wurden an den Kreuzungen der geradlinigen Wege angelegt. Ludwig XV. ließ Portale in die Mauer brechen und einen Obelisken errichten. Zudem ließ er den Wald erstmals für Besucher öffnen.

Sport und Militär im Bois de Vincennes

Als militärisches Übungsgelände nutzte man den Bois de Vincennes im 19. Jahrhundert. Erst Napoléon III. ließ den Wald zu einem Park im englischen Stil von dem Landschaftsarchitekten Jean-Charles Alphand umgestalten. Das zum Teil versteppte Gelände wurde neu aufgeforstet, künstliche Hügel, Flüsse und Seen entstanden.

Zu den Olympischen Sommerspielen im Jahr 1900 wurden zahlreiche Sportanlagen errichtet, außerdem wurden die Wege ausgebaut. Der Palais de la Porte Dorée ist ein Überbleibsel der Pariser Kolonialausstellung, die 1931 stattfand. Dort befindet sich heute ein Aquarium und ein Einwanderermuseum.

Zoologischer Garten und Trabrennbahn

Im Zuge der Neugestaltung des Bois de Boulogne im 19. Jahrhundert ließ der Architekt im Jahr 1863 die Trabrennbahn “Hippodrôme de Vincennes” errichten.

Der Zoologische Garten entstand 1931 zur Pariser Kolonialausstellung und wurde im modernen Stil des Hamburger Tierparks Hagenbeck gestaltet.

Reiseinfos
Adresse

Bois de Vincennes
Route de la Pyramide
75012 Paris
Frankreich

Sehenswürdigkeiten