Élysée-Palast

Palais de l’Élysée

Élysée-Palast
Der Élysée-Palast ist benannt nach den nahegelegenen Champs-Élysées ( © Paris Tourist Office - Photographer : Claire Pignol )

Beim Élysée-Palast handelt es sich um den Amtssitz des französischen Staatspräsidenten. Er befindet sich inmitten von Paris.

Regierungssitz Élysée-Palast

Der Élysée-Palast (Palais de l'Élysée) stellt seit 1848 sowohl den Regierungssitz als auch den offiziellen Wohnsitz des französischen Staatspräsidenten dar und wird als solcher seit 1873 regelmäßig genutzt. Darüber hinaus zählt der Palast zu den bedeutendsten Gebäuden und Sehenswürdigkeiten von Frankreich.

Angesiedelt ist der Élysée-Palast im 8. Stadtbezirk (Arrondissement) der französischen Hauptstadt Paris im Quartier de la Madeleine an der 55 Rue du Faubourg Saint-Honoré. Dieser Stadtteil, der am nördlichen Ufer der Seine liegt, verfügt über zahlreiche Sehenswürdigkeiten.

Ganz in der Nähe des Élysée-Palastes sind die Champs-Élysées angesiedelt, denen der Palast seinen Namen verdankt. Erreichen lässt sich der Regierungssitz über sieben verschiedene Metrostationen wie Champs-Élysées – Clemenceau, Concorde, Franklin D. Roosevelt, Madeleine, Saint-Augustin, Miromesnil und Saint-Philippe de Roule.

Das Besondere am Élysée-Palast

Zu den Besonderheiten des Élysée-Palasts gehört, dass er nicht nur der Amtssitz des französischen Staatspräsidenten ist, sondern auch 300 Jahre der französischen Historie umfasst.

Die Residenz des Präsidenten ist im Ostflügel des Gebäudes untergebracht und lässt sich von ihm als Wohnraum nutzen. Der Haupteingang ist über die Rue du Faubourg Saint-Honoré 55 erreichbar. Allerdings kann von dort aus nur ein Blick in den Innenhof geworfen werden. Dort fahren die erwarteten Staatsgäste und Minister mit ihren Wagen vor.

Eine offizielle Besichtigung des Élysée-Palasts ist nur einmal im Jahr möglich. Sie findet regelmäßig am Tag des offenen Denkmals in der dritten Septemberwoche statt, wobei jedoch mit langen Wartezeiten zu rechnen ist.

Zeitlichen Einschränkungen unterliegen auch die Spaziergänge durch die Gärten des Palastes, die seit 2013 bewundert werden dürfen. Doch schon ein Blick, der von außen auf den Élysée-Palast geworfen wird, gilt als besonderes Erlebnis.

Der Bau des Palais de l'Élysée

Der Bau des Élysée-Palasts fand in den Jahren 1718 bis 1722 statt. Für die Planung des Gebäudes war der französische Architekt Armand-Claude Mollet verantwortlich.

Mollet hatte erst kurz zuvor das Grundstück, das die Baustelle umgab, an Henri-Louis de la Tour Auvergne, den Grafen von Évreux verkauft. Dieser beauftragte den Architekten, für ihn eine Residenz zu errichten.

Madame de Pompadour

Im Jahr 1753 verstarb der Graf von Évreux, sodass der Palais de l'Élysée seinen Besitzer wechselte. Dieser war niemand anderes als Jeanne-Antoinette Poisson (1721-1764), die als Madame de Pompadour in die Geschichte einging. So galt die Pompadour als offizielle Mätresse des französischen Königs Ludwig XV. (1710-1774).

Die Marquise de Pompadour ließ am Palast einige Änderungen vornehmen. So erhielt das Gebäude ein stilvolleres Aussehen und auch der Garten wurde deutlich erweitert. U. a. entstanden Säulengänge und Lauben. Eine weitere Attraktion bildete ein Labyrinth.

Als Madame de Pompadour 1764 starb, hinterließ sie den Palast König Ludwig XV., sodass das Gebäude in den Besitz der Bourbonen überging.

Der Élysée-Palast in königlichem Besitz

Ludwig XV. verwendete den Élysée-Palast zeitweilig als Gästehaus für Botschafter aus anderen Staaten. In späteren Jahren diente er zum Ausstellen von Gemälden. Ein Jahr vor seinem Tod veräußerte der König den Palast an einen Bankier. Von seinem Enkel und Nachfolger Ludwig XVI. (1754-1793) wurde die Residenz jedoch zurückgekauft.

Danach durfte Ludwigs Cousine Bathilde d'Orléans (1750-1822), die Herzogin von Bourbon, den Élysée Palast für sich nutzen.

Im Laufe der Französischen Revolution wurde Ludwig XVI. 1792/93 gestürzt und hingerichtet. Auch Bathilde d'Orléans musste in Gefangenschaft gehen, sodass die Residenz nun leer stand. Der Palast wurde der Herzogin zwar vier Jahre später wieder zurückgegeben, doch zog sie es vor, nach Spanien ins Exil zu gehen. Daher veräußerte sie das Gebäude an einen Unternehmer, der dort prächtige Veranstaltungen durchführte.

Der Élysée-Palast im Kaiserreich

Im Jahr 1805 wurde der Élysée-Palast von Kaiser Napoleons Schwager Joachim Murat (1767-1815) gekauft. Dieser ließ an dem Gebäude umfangreiche Umbauarbeiten vornehmen. Dazu gehörte die Haupttreppe, die noch heute die Bezeichnung „Escalier Murat“ (Murattreppe) trägt. Auch der Ballsaal wurde umgebaut und erhielt den Namen „Salon Murat“. In späteren Zeiten unter der Regierung Pompidou wurden in dem Salon Kabinettssitzungen der französischen Regierung abgehalten. In der Gegenwart sind zudem noch einige Gemälde aus Murats Epoche erhalten.

Als Murat 1806 von Napoleon I. (1769-1821) zum Großherzog von Berg und später zum König von Neapel gemacht wurde, verließ er Paris. Im Anschluss daran ging das Gebäude in Bonapartes Besitz über und wurde in Élysée-Napoleon-Palast umbenannt. Als sich der Kaiser von seiner Frau Josephine scheiden ließ, durfte diese die Residenz bis 1812 nutzen.

Im Jahr 1814 musste Napoleon nach zahlreichen Niederlagen abdanken. Im Élysée-Palast unterzeichnete er die historische Abdankungsurkunde und begab sich ins Exil.

Erneuter Besitz der Bourbonen

Nach Napoleons Abgang nahmen die Bourbonen den Élysée-Palast 1816 wieder in ihren Besitz. Der neue französische König Ludwig XVIII. (1755-1824) gab ihn an seinen Neffen Karl Ferdinand (1778-1820), den Herzog von Berry, weiter, der ihn mit seiner Gemahlin Maria-Karoline von Bourbon-Sizilien bewohnte.

Nur vier Jahre später verstarb Karl Ferdinand und der Palast wurde von Ludwig Philipp I. (1773-1850), dem letzten französischen König, übernommen. Im Jahr 1848 kam es im Rahmen der bürgerlichen Februarrevolution zur Entmachtung von Ludwig Philipp und das Gebäude wechselte von Neuem seinen Besitzer.

Der Palais de l'Élysée als Amtssitz der Republik

1848 beschloss Frankreichs Nationalversammlung per Dekret, den Élysée-Palast zum Amtssitz des Präsidenten der zweiten französischen Republik zu machen.

Allerdings hatte die zweite Republik lediglich vier Jahre Bestand. Dann ernannte sich Napoleons Neffe Ludwig Napoleon Bonaparte (1808-1873), der als Präsident amtierte, als Napoleon III. zum Kaiser von Frankreich. Er regierte das Land bis zum deutsch-französischen Krieg 1870/71, in dessen Verlauf er von den Deutschen gefangengenommen und anschließend von den Franzosen abgesetzt wurde.

Nach dem Ausrufen der dritten Republik unter Adolphe Thiers (1797-1877) avancierte der Élysée-Palast ab 1873 endgültig zum offiziellen Amtssitz des französischen Staatspräsidenten. In seinen Räumen wurde wiederholt Geschichte geschrieben. So unterzeichneten zum Beispiel Präsident Charles de Gaulle (1890-1970) und der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer (1876-1967) am 22. Januar 1963 den denkwürdigen Élysée-Vertrag.

Behörde Élysée-Palast

Zahlreiche wichtige Politiker, Beamte und Berater sind im Élysée-Palast tätig, die in ihm ihre Büros unterhalten. Viele andere sind in den nicht weit entfernten Gebäuden in der Rue de l'Élysée tätig, die für den durchgängigen Verkehr gesperrt ist.

Besonderheiten

Nicht jeder französische Präsident nutzte den Élysée-Palast gerne als Residenz. So wohnte Nicolas Sarkozy mit seiner Frau lieber im Stadtpalais, das sich im 16. Arrondissement befindet.

Reiseinfos
Adresse

Palais de l’Élysée
55 Rue du Faubourg Saint-Honoré
75008 Paris
Frankreich

Webseite

www.elysee.fr

Sehenswürdigkeiten