Palais Brongniart

Palais Brongniart

Das Palais Brongniart, einst ein Geldtempel und Börsenplatz, ist heute ein Messe- und Konferenzzentrum. Das ehemals Palais de la Bourse, deutsch: Palast der Börse, genannte Palais Brongniart liegt im zweiten, und damit im kleinsten Pariser Arrondissement.

Mit der Linie M3 erreichen Interessierte die nahe Metrostation „Bourse“, es bieten sich je nach Sightseeingtour auch mehrere andere Stationen an. So ist ein Spaziergang vom Tuileriengarten oder dem Palais Royal eine weitere Möglichkeit, zur Börse zu gelangen - noch heute wird sie in Reiseführern so genannt, seltener taucht der Name des Palais Brongniart selbst auf.

Pariser Börse

Die Anfänge der Pariser Börse lassen sich bis 1724 zurückverfolgen. Erst Napoleon Bonaparte ordnete 1807 einen Neubau für die Börse an: das Palais Brongniart. Als Architekt wurde Alexandre-Théodore Brongniart verpflichtet, sein Werk mussten allerdings andere beenden, da er 1813 und damit vor der Fertigstellung starb. 1826 wurde das Palais Brongniart eröffnet und überzeugte mit seinem griechisch-römischen Stil. Vor allem konnten die Wertpapierhändler und Spekulanten, die sich bis dahin in der Nähe des Neubaus in einer Art Spelunke getroffen hatten, nun in elegante Räumlichkeiten mit Saalcharakter umziehen. Immerhin war Paris bereits zu dieser Zeit nach London der wichtigste Handelsplatz in Europa.

NYSE Euronext

Die Pariser Börse ist bis heute die einzige Börse des Landes und wurde in diesem prachtvollen neoklassizistischen Bau beherbergt, bis ihn im Jahre 2000 die Euronext, seit 2007 NYSE Euronet, übernahm. Die Euronext wurde damals neu gegründet und ist eine Fusion der Börsen von Paris, Amsterdam und Brüssel. 2002 kamen Portugal und die Londoner Terminbörse hinzu. So entstand mit den 100 stärksten Aktien dieser Mitgliedsländer die größte Länder übergreifende Börse Europas. Die Umbenennung in NYSE Euronext (New York Stock Exchange Euronext) wurde vorgenommen, als 2007 die New Yorker Börse, die Wall Street, hinzukam. Heute ist die Pariser Börse im Palais Brongniart die größte der Welt.

Ein Blick in Frankreichs Finanzgeschichte

Da der Handel bereits seit 1987 elektronisch erfolgt, der Parketthandel, französisch "Corbeille" genannt, beendet ist, werden Besuchern heute diese Räumlichkeiten beziehungsweise Artefakte in Glasboxen sowie eine Kreidetafel gezeigt. Man kann sich das für Präsenzbörsen übliche Geschrei direkt vorstellen. Es lohnt sich daher, nicht nur die großen Säulenarkaden von außen zu bestaunen, sondern sich im Inneren die schönen Schnitzereien und Fresken sowie den Marmorsaal anzuschauen.

Reiseinfos
Adresse

Palais Brongniart
16 Place de la Bourse
75002 Paris
Frankreich

Sehenswürdigkeiten