Die 10 wichtigsten Flüsse in Frankreich

Das Landschaftsbild in Frankreich wird von einer Vielzahl an Flüssen geprägt. Dieser Artikel stellt dir die zehn wichtigsten vor. Dazu zählen u. a. die Loire, die Seine und die Garonne ...
Flüsse Frankreich
Die Kleinstadt Amboise an der Loire in Mittelfrankreich ( © jm - Fotolia.com )

Frankreich und seine Flüsse

Frankreich grenzt sowohl an die Nordsee und den Atlantischen Ozean als auch an das südlich gelegene Mittelmeer. Das Land wird aber auch von zahlreichen Flüssen durchzogen.

Sie alle haben miteinander gemeinsam, dass keiner von ihnen das gesamte französische Staatsgebiet durchquert. So haben die größten Flüsse ihren Ursprung in einem Zentralmassiv und enden in ihrem Weg durch Frankreich.

Damit sich die Flüsse per Schiff befahren lassen, mussten stellenweise mehrere Kanäle angelegt werden, die auch in der Gegenwart noch von hoher wirtschaftlicher Bedeutung sind. Selbst die Kanäle, die sich nicht mehr rentieren, dienen oft als Ziele für den Flusstourismus.

Zu den bedeutendsten und längsten Flüssen des Landes gehören:

+ die Loire
+ die Seine
+ die Garonne
+ die Maas
+ die Rhône
+ die Marne
+ der Lot
+ die Dordogne
+ die Saône
+ der Doubs

1. Die Loire

Als größter aller französischen Flüsse gilt die Loire. Sie bringt es auf eine Länge von 1004 Kilometern. Damit ist sie zwar kürzer als der Rhein, der eine Gesamtlänge von 1233 Kilometern erreicht und die natürliche Grenze zwischen Frankreich und Deutschland bildet, doch verläuft der Rhein nur über 185 Kilometer des französischen Staatsgebietes, während sich die Loire komplett auf Frankreichs Territorium befindet.

Ihren Anfang nimmt die Loire im Zentralmassiv im Zentrum von Südfrankreich. Von dort aus verläuft sie in nördlicher Richtung nach Orléans. Danach geht es weiter nach Südwesten durch die Städte Tours, Saumur und Nantes. Der Strom endet in der Nähe von Saint-Nazaire.

Die Loire dient als Namensgeber für sechs Departments. Dabei handelt es sich um Loire, Maine-et-Loire, Haute-Loire, Saione-et-Loire, Indre-et-Loire sowie Loire-Atlantique. Darüber hinaus wurden die Regionen Pays de la Loire und Centre-Val de Loire nach dem Fluss benannt.

2. Die Seine

Der zweitwichtigste Fluss Frankreichs ist die Seine. Der Fluss hat seinen Ursprung in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Norden des Landes. Von Osten nach Westen durchquert der 777 Kilometer lange Fluss auch die französische Hauptstadt Paris.

Auf deren 13 Kilometer Anteil an der Seine lassen sich berühmte Sehenswürdigkeiten wie die Kathedrale Notre-Dame oder Pont Neuf bewundern. Das Pariser Seineufer wurde von der UNESCO sogar zum Weltkulturerbe erklärt.

Von Paris aus verläuft die Seine weiter nach Westen in Richtung Atlantikhafen Le Havre. Weitere wichtige Städte am Ufer der Seine sind Troyes und Rouen.

Durch Kanäle bestehen Verbindungen zu anderen Flüssen wie der Loire, dem Rhein, der Maas, der Schelde und der Saône.

Vor allem in Paris markiert die Seine eines der beliebtesten Tourismusziele.

3. Die Garonne

Die Garonne erreicht auf französischem Boden eine Länge von 640 Kilometern. Seinen Ursprung nimmt der insgesamt 647 Kilometer lange Fluss in den spanischen Pyrenäen. Nach wenigen Kilometern geht er auf südwestfranzösisches Gebiet über und fließt in Richtung der Städte Toulouse und Bordeaux. Dort kommt es zur Vereinigung der Garonne mit der Dordogne zum Ästuar Gironde, der schließlich in den Atlantischen Ozean mündet.

Die Bezeichnung Garonne geht auf den keltischen Stamm der Garumner zurück.

Des Weiteren wird von dem Strom die nördliche Grenze der historischen Landschaft Gascogne gebildet.

Weil die Garonne überaus wasserreich ist, kommt es in ihrer Region oftmals zu Überschwemmungen aufgrund von Starkregen in den Pyrenäen.

4. Die Maas

Bei der Maas, die in Frankreich Meuse genannt wird, handelt es sich um den zweitlängsten Nebenfluss des Rheins. Der insgesamt 874 Kilometer lange Fluss durchquert neben Frankreich auch Belgien und die Niederlande, bis er schließlich in den Hauptstrom des Rhein-Maas-Deltas mündet.

Auf französischem Gebiet erreicht die Maas eine Länge von ca. 550 Kilometern. In Frankreich erfolgte die Kanalisierung des Flusses. Dabei verläuft der Canal de la Meuse zwischen der französisch-belgischen Grenze und Troussey. Zu den französischen Städten, die an der Maas liegen, gehören u. a. Sedan, Neufchâteau, Commercy, Stenay und Verdun.

Das Einzugsgebiet des französischen Oberlaufs der Maas befindet sich im Hügelland von Lothringen. Das weitläufige Terrain wirkt sich positiv auf den Hochwasserschutz aus.

5. Die Rhône

Ein weiterer bedeutender französischer Fluss ist die Rhône, die eine Gesamtlänge von 812 Kilometern Länge erreicht. Dabei befindet sich der Großteil mit 544,9 Kilometern auf französischem Territorium. Die restlichen 267 Kilometer gehören zur Schweiz.

In der Schweiz nimmt die Rhône auch ihren Anfang, wo sie ihren Ursprung im Kanton Wallis hat. Von dort aus fließt das Gewässer nach Frankreich, wo es im Süden in der Nähe von Arles in das Mittelmeer mündet.

Die größte Metropole an der Rhône ist Lyon im Südosten von Frankreich. Von dort aus verkehren durch den effektiven Kanalausbau auch größere Binnenschiffe in Richtung Mündung.

6. Die Marne

Auf eine Länge von 514 Kilometer bringt es die Marne. Seinen Ursprung hat der Fluss am Plateau von Langres. Dieses zählt zur Gemeinde von Balesmes-sur-Marne und befindet sich auf 420 Meter Höhe.

Zunächst führt die Marne in die nordwestliche Richtung, bevor sie dann nach Westen und Südwesten fließt. Ihre Mündung erfolgt bei Charenton-le-Pont, das südöstlich von Paris angesiedelt ist. Dabei bildet die Marne einen rechten Nebenfluss der Seine.

Mehrere Départements tragen den Namen der Marne. Dabei handelt es sich um Marne, Haute-Marne, Val-de-Marne und Seine-et-Marne.

Bekannt wurde die Marne auch durch das „Marnewunder“ im Jahr 1914. Dabei hielt die französische Armee den Vormarsch der deutschen Truppen auf Paris auf.

7. Der Lot

Der Lot ist ein Nebenfluss der Garonne. Er verläuft durch die Regionen Okzitanien und Nouvelle-Aquitaine und erreicht eine Länge von 485 Kilometern.

Seinen Anfang nimmt der Fluss im Zentralmassiv am Mont Lozère innerhalb der Gemeinde Le Bleymard. Von dort aus bewegt sich der Lot in Richtung Westen. Bei Aiguillon geht er als rechter Nebenfluss in die Garonne über.

Nach dem Strom wurden auch die Départements Lot und Lot-et-Garonne benannt.

Auf seinem Weg durchströmt der Lot Ortschaften wie Mende, La Canourgue, Banassac, Espalion, Estaing und Capdenac-Gare.

An den Ufern des Flusses findet der Anbau von Wein und Pflaumen statt. Einige Abschnitte des Gewässers werden auch als Kanu-Wanderfluss genutzt.

8. Die Dordogne

Der Fluss Dordogne ist im südwestlichen Frankreich zu finden. Die Quelle des 483 Kilometer langen Flusses befindet sich auf dem Gemeindegebiet von Mont-Dore unweit des Berges Puy de Sancy. Dabei kommt es zum Zusammenfluss der Quellbäche Dore und Dogne.

Die Fließrichtung der Dordogne verläuft nach Westen. Nach 483 Kilometern treffen Dordogne und Garonne in der Nähe von Bordeaux zusammen, wodurch ein Mündungstrichter entsteht, der die Bezeichnung Gironde trägt. Dieser Trichter geht schließlich in den Atlantik über.

Im Jahr 2012 stufte die UNESCO das komplette Einzugsgebiet der Dordogne als Biosphärenreservat ein.

Zu den Gemeinden, die an der Dordogne liegen, gehören u. a. Mont-Dore, Argentat, Carennac, Souillac, Domme, Bergerac und Libourne.

9. Die Saône

Die Saône ist in Frankreichs Osten angesiedelt. Der Ursprung des Flusses befindet sich in den Vogesen in der Nähe von Viomil. Über eine Gesamtstrecke von 473 Kilometern durchfließt die Saône die Regionen Grand-Est, Bourgogne-Franche-Comté sowie Auvergne-Rhône-Alpes.

Die Fließrichtung verläuft nach Süd bis Südost.

In Lyon geht die Saône dann in die Rhône über, deren rechten Nebenfluss sie bildet. Neben Lyon liegen auch die Gemeinden Gray, Chalon-sur-Saône, Tournus, Mâcon und Caluire-et-Cuite an dem Fluss.

Zwischen Corre und Rhôneeinmündung lässt sich die Saône über 407 Kilometer von Schiffen im Rahmen eines Kanals befahren.

Nebenflüsse der Saône sind u. a. der Doubs, die Lanterne, die Ouche sowie die Chalaronne.

10. Der Doubs

Ebenfalls im Osten von Frankreich angesiedelt ist der Doubs, der zudem den Nordwesten der Schweiz durchfließt. Er stellt den größten Nebenfluss der Saône dar und bringt es auf eine Länge von 453 Kilometern.

Bei der Quelle des Doubs (Source du Doubs) handelt es sich um eine ausgeprägte Karstquelle, die sich im französischen Juragebirge befindet. Sie liegt auf 937 Meter Höhe im Naturpark Haut-Jura. Dabei hat der Doubs seinen Ursprung in einer Felsenhöhle.

Die Flussmündung in die Saône erfolgt in Verdun-sur-le-Doubs, rund 16 Kilometer in nordöstlicher Richtung von Chalon-sur-Saône entfernt.

Der Doubs hat zahlreiche Nebenflüsse wie zum Beispiel die Loue, die Guyotte, den Orain sowie die Clauge.

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