Pariser Bluthochzeit – die Bartholomäusnacht 1572

Die Bartholomäusnacht ist eines der traurigsten Ereignisse der französischen Geschichte und auch heute noch fest im kollektiven Gedächtnis der Bevölkerung verankert. Zentrales Thema war der Konflikt zwischen Katholiken und Protestanten.
Pariser Bluthochzeit
Zeitgenössisches Gemälde von François Dubois aus dem Jahre 1595 ( Public Domain )

Pariser Bluthochzeit

Mit der Hochzeit der Katholikin Margarete von Valois, einer Tochter Katharina von Medicis, und des ebenfalls adeligen Protestanten Heinrich von Navarra wollte man die beiden Parteien miteinander versöhnen. Doch es kam ganz anders.

Vermutlich war es die Königinmutter Katharina von Medici, die befahl, den Admiral Gaspard de Coligny und andere Protestantenführer anlässlich der Hochzeitsfeierlichkeiten in der Nacht vom 23. auf den 24. August 1572 in Paris zu ermorden.

Deshalb wird die Bartholomäusnacht auch Pariser Bluthochzeit genannt. Die Bartholomäusnacht verdankt ihren Namen der Tatsache, dass es sich beim besagten 24. August um den Festtag des heiligen Bartholomäus handelte.

Die Anstifter

Admiral Gaspard de Coligny sollte eigentlich schon zwei Tage vorher sterben, der Anschlag schlug allerdings fehl. Als Motiv gab der König Karl IX. an, dass er mit dem Massaker einer Verschwörung der Hugenotten entgegenwirken wollte, für die jedoch die Beweise fehlten.

Verantwortlich war neben Karl IX., dem Herzog Heinrich von Guise und dem katholischen Spanien auch die Kirche. Sie nahm das Massaker nicht nur stillschweigend hin, nein, zum Gedenken an die Batholomäusnacht ließ Papst Gregor VIII. eine Siegesmedaille prägen, die dem Gemetzel an den Hugenotten huldigte.

Die Bartholomäusnacht und kein Ende

Die Bartholomäusnacht kennzeichnete den Beginn eines schrecklichen Massakers, dem Tausende von Menschen zum Opfer fielen. Nachdem die Mordtruppen den Leichnam des Admirals Coligny aus dem Fenster seines Hauses warfen, ging der Mob dazu über, die anlässlich der Hochzeit nach Paris gereisten Hugenotten zu beseitigen.

Zu den Opfern zählten nicht nur Männer, sondern auch wehrlose Frauen und Kinder. Angestachelt wurden die Massen unter anderem durch den Aufruf des Herzogs von Guise, der das Geschehen damit rechtfertigte, dass der König es so wolle.

Infolge der Bartholomäusnacht starben allein in Paris rund 3.000 Menschen einen gewaltsamen Tod. Das Morden dauerte von August bis in den Oktober hinein an. Von Paris aus breitete sich die Welle der Gewalt in zahlreiche andere Städte aus, zum Beispiel in Bourges, Rouen, Meaux, Orléans, Albi, Gaillac, Bordeaux und Toulouse. Die Zahl der Opfer wird auf 5.000 bis 15.000 geschätzt.

Unter anderen starben der Humanist und Philosoph Petrus Ramus und der Komponist Claude Goudimel. Allein ihrem hohen Rang hatten es Heinrich von Condé und Heinrich von Navarra zu verdanken, dass man sie schonte. Sie konnten sich entscheiden, ob sie den Rest ihres Lebens im Gefängnis verbringen, gehängt werden oder zum katholischen Glauben konvertieren wollten.

Aus diplomatischen Gründen und auch zum Selbstschutz wandte sich Heinrich zeitweise dem Katholizismus zu. Heinrich von Navarra bestieg im Jahr 1589 als Heinrich IV. den französischen Thron.

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