Saint-Gervais – 14. Pariser Quartier

Das Quartier Saint-Gervais liegt mitten im 4. Arrondissement. Es ist ein Viertel der Bibliotheken und Stadtvillen. Die Umgebung der Rue des Rosiers war einst Zentrum des jüdischen Viertels. Das Mémorial de la Shoah erinnert heute an den Holocaust.

Das 14. Pariser Quartier, das Quartier Saint-Gervais, liegt mitten im vierten Arrondissement.

Im Süden bildet die Seine die natürliche Grenze. Im Westen bilden die Rue de Lobau und die Rue des Archives die Grenze zum 13. Quartier. Im Norden wird das Quartier Saint-Gervais durch die Rue des Francs-Bourgeois begrenzt, und im Osten markieren Rue de Turenne und die Rue Saint-Paul die Grenze zum 15. Quartier.

Die Métrolinien 1, 7 und 11 haben Stationen im Quartier Saint-Gervais, und zwar die Stationen Hôtel de Ville, Saint-Paul und Pont Marie.

Monte di Pietà

Mitten im vierzehnten Quartier liegt das Rathaus des vierten Arrondissements am Place Baudoyer. Das Gebäude wurde im Jahr 1868 von dem Architekten Antoine-Nicolas Bailly errichtet.

Das Gebäude der Crédit municipal de Paris liegt an der Rue des Francs-Bourgeois. Der historische Eingang befindet sich allerdings in der Rue des Blancs-Manteaux. Seit 1637 gewährt diese Institution den Armen gegen geringe Zinsen und Pfand Kleinkredite. Bekannt sind diese ursprünglich mittelalterlichen Banken, die es zuerst in Italien gab, auch unter dem Namen Monte di Pietà. Sie wurden von den Franziskanern gegründet.

Bibliotheken und Lycée Charlemagne

In der schönen Stadtvilla Hôtel d’Angoulême Lamoignon in der Rue Pavée wurde 1872 die Bibliothèque historique de la ville de Paris untergebracht. In der öffentlichen Bibliothek können historische Dokumente und knapp eine Million Bücher eingesehen werden.

Zu den weiteren historischen Gebäuden des Viertels zählt die Stadtvilla Hôtel de Chalon-Luxembourg in der Rue Geoffrey l’Asnier aus dem Jahre 1625. Das Haus wurde von dem Architekten Jean Thiriot errichtet. Heute gehört es der Stadt Paris.

Das Lycée Charlemagne in der Rue Charlemagne wird noch heute als Schule genutzt.

Die Bibliothèque Forney in der Rue du Figuier befindet sich im Hôtel de Sens, einer der schönsten Stadtvillen von Paris.

Mémorial de la Shoah

Die Pfarrkirche Saint-Paul-Saint-Louis wurde zwischen 1627 bis 1641 von den Jesuiten errichtet.

Mit “Le Pletzl” wurde die Umgebung der Rue des Rosiers bezeichnet. Sie war das Zentrum des jüdischen Viertels. Das Mémorial de la Shoah, ein Mahnmal, erinnert an den Holocaust.

Die meisten Boutiquen, Restaurants und Bars befinden sich in der Umgebung der Allée des Justes im Süden des Quartiers Saint-Gervais.

Saint-Paul

Im Mittelalter war das heutige Quartier Saint-Gervais noch unter dem Namen Saint-Paul bekannt. Das Gebiet bildete den Südteil des ehemaligen Sumpfes Marais. Bereits um 1700 bauten die Adligen ihre großen Stadtvillen in diesem Gebiet, nachdem Heinrich lV. den Place Royale, den ersten Platz in Paris, um 1610 im Marais errichten lassen hatte.

Heute leben viele Menschen aller Glaubensrichtungen im Quartier Saint-Gervais. Auf einem Quadratkilometer wohnen knapp 18.000 Einwohner.

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