Mein persönliches Paris: Wie Blogger die Stadt der Liebe entdecken

Paris ist und bleibt einer der anziehendsten Sehnsuchtsorte der Welt, obwohl sich in kurzen Worten kaum beschreiben lässt, was jeder Einzelne denn überhaupt dort sucht. Wenn Audrey Hepburn feststellt, dass Paris immer eine gute Idee ist, wäre sicher niemand so vermessen, ihr in diesem Punkt zu widersprechen – es ist schlichtweg die Wahrheit.
Paris Reise Blogger
Ob typische Sehenswürdigkeit oder verstecktes Szenviertel – Paris erfüllt seinen Besuchern viele Sehnsüchte ( © ilovemayorova - Fotolia.com )

Bekanntes und unbekanntes Paris

Dass die Menschen, die es in die französische Metropole zieht, wiederum ganz unterschiedliche Ideen von Paris haben, spielt dabei keine große Rolle: Die Stadt ist schließlich ein Sehnsuchtsort für jede und jeden und bietet genug Möglichkeiten, in ihr fündig zu werden. So gibt es für alle Besucher ein ganz persönliches Paris, mit ganz persönlichen Lieblingsecken. Ganz nach den persönlichen Sehnsüchten, die einen gerade antreiben.

Das Gute an der Stadt: Sie verlangt von niemandem, sich festzulegen. Zwischen bekannten Sehenswürdigkeiten und unbekannten Winkeln ist schließlich überall genug zu entdecken. Wer zum ersten Mal herkommt, wird sich vermutlich die wichtigsten Sehenswürdigkeiten nicht entgehen lassen wollen, weil die natürlich das Bild der Stadt prägen. Umgekehrt gilt das aber genauso für die Teile und Eigenheiten von Paris, die nicht so sehr im touristischen Fokus stehen, die trotzdem zum einzigartigen Charakter der Stadt beitragen.

So verschlägt es Sonja von delightful SPOTS bei ihren Parisaufenthalten gerne einmal nach Marais. Der Stadtteil erstreckt sich nördlich der Kathedrale von Nôtre-Dame auf dem gegenüberliegenden Seine-Ufer zwischen dem Centre Pompidou, dem Place de la République und dem Place de la Bastille und gehört inzwischen zum Hippsten, was Paris so zu bieten hat. Es ist gewissermaßen das Pariser Gegenstück zum Prenzlauer Berg: Ein Viertel, das sich seinen Charme bewahrt hat, während überall sonst die Zeichen der Modernisierung zu erkennen sind, und das besonders für junge Leute zum beliebten Wohnquartier geworden ist.

Paris Marais Place des Vosges
Der Place des Vosges ist nur einer der vielen Gründe, sich in das Viertel Le Marais zu "verirren" ( © Paris Tourist Office - Fotograf : Daniel Thierry )

Keine selbstverständliche Entwicklung, denn das jüdische Viertel der Stadt mit seinen fünf Synagogen liegt eigentlich in einem Bereich, der früher kaum mehr war als eine Sumpflandschaft. Davon ist natürlich längst nichts mehr zu sehen, dafür gibt es hier alles, wofür Paris so berühmt ist, in einem einzigen Stadtviertel: Von wunderschönen Läden über interessante Museen bis hin zu einladenden Cafés und Bistros, in denen wenigstens ein kurzes Verweilen Pflicht ist, Le Marais hat einfach alles.

Theoretisch ist es sogar möglich, den Tag in diesem Szeneviertel ausschließlich in den vielen kleinen Cafés zu verbringen, so wie es etwa Harriet Dohmeyer von Fräulein Anker gemacht hat – mit gelegentlichen Zwischenstopps in den Boutiquen und Läden von Le Marais. Oder stattdessen die ganzen Prachtbauten bestaunen, die der frühere französische Adel hier einst hochgezogen hat und die immer noch so bestimmend sind für den Eindruck, den man von dem Viertel gewinnt. So kann man hier eine einzigartige Mischung aus frühneuzeitlichem Charme (lässt sich gerade im Sommer besonders gut bei einem Besuch des Place des Vosges genießen – von dem Park aus ist es übrigens auch nur ein Katzensprung bis zum Geburtshaus des Schriftstellers Victor Hugo) und hippem Lebensgefühl erfahren.

Das Paris der Kulinarik

Neben der Liebe und der Mode ist für die meisten wohl die Aussicht auf exquisites Essen, die für Vorfreude auf einen Besuch in Paris sorgt. Die französische Influencerin Ithaa ist in dieser Hinsicht keine Ausnahme, weshalb sich ihre Lieblingsplätze rund um die Themen Chillaxen, Mode und Food drehen. Das ist nur allzu verständlich, denn im Grunde lässt es sich überall in der Stadt vorzüglich Speisen, ganz gleich zu welcher Tageszeit.

Paris Kulinarik
Für den kulinarischen Genuss ist in Paris im besten Sinne an jeder Ecke gesorgt ( © Irina Schmidt - Fotolia.com )

Wenig überraschend daher, dass auch Nadine von Dreierlei Liebelei bei ihren persönlichen Paris-Tipps besonders die hiesigen Leckereien hervorhebt. Und zwar mit Vorliebe diejenigen, die in Bistros, Cafés, Restaurants oder Bäckereien angeboten werden, die nicht unbedingt auf dem Radar der Touristenmassen liegen. Das bedeutet zwar, im Zweifelsfall ein paar Meter mehr zurücklegen zu müssen, aber auch das ist schließlich etwas, das Paris auszeichnet: Es bedeutet einfach laufen. Das hat niemand geringeres festgestellt als Victor Hugo und der musste es schließlich wissen.

Der Vorteil bei der Suche nach den speziellen Köstlichkeiten ist ganz eindeutig, das Angenehme mit dem noch Angenehmeren verbinden zu können. Soll heißen, dass sich entlang des Weges zu den Macarons von Ladurée oder anderen typischen Delikatessen (und das müssen keineswegs ausschließlich Backwaren sein), gleich die Sehenswürdigkeiten genießen lassen.

Wer es dabei noch nicht geschafft hat, über die Grenzen von Le Marais hinaus zu kommen: Im angrenzenden 11. Arrondissement findet jeden Donnerstag und jeden Sonntag der Marché Bastille statt, direkt am Boulevard Richard Lenoir, mit Blick auf die Julisäule am Place de la Bastille. Wobei fraglich ist, ob dafür überhaupt ein Blick übrig bleibt, wenn die rund hundert Händler hier ihre Waren präsentieren.

Sollte der Weg nicht so weit weg von der Île de la Cité führen – über Paris verteilt gibt es insgesamt 69 Wochenmärkte, zu denen noch einmal 13 Markthallen und zahlreiche Flohmärkte kommen, die übrigens auch immer einen Besuch wert sind. Selbst, wenn keine Kaufabsicht besteht. Das gilt natürlich auch für die Wochenmärkte, obwohl es bei dem köstlichen Angebot noch einmal schwerer fallen dürfte, zu widerstehen.

Paris für Familien

Der romantische Charme, der einem ganz unwillkürlich beim Gedanken an Paris in den Sinn kommt, spricht in gewisser Weise dafür, die Stadt als Paar zu erkunden. Reisebloggerin Silke weiß aber, dass sich ein Aufenthalt in der französischen Hauptstadt auch mit Kindern lohnt. Das setzt natürlich eine gewisse Vorbereitung voraus, damit sich die Kleinen nicht langweilen, aber tatsächlich lassen sich besonders viele der typischen Sehenswürdigkeiten mit kindgerechten Angeboten verbinden.

Das ist der wahrscheinlich wichtigste Punkt, den Eltern bei ihrem Trip nach Paris beachten sollten, denn zum einen bedeutet die Stadt, wie schon erwähnt, oftmals laufen und das kann doch je nach Alter sehr anstrengend werden. Zum anderen teilen die Sprösslinge womöglich nicht unbedingt die elterliche Begeisterung für Architektur, Parkanlagen und Museen. Anders dürfte es hingegen bei den vielen süßen Leckereien aussehen, aber in dem Fall stellt sich die Frage, ob die wirklich zum vornehmlichen Tagesinhalt gemacht werden sollten – auch wenn die Möglichkeit natürlich besteht.

Paris Familien
Auch für die Kleinen hält Paris einige unvergessliche persönliche Highlights bereit ( © Paris Tourist Office - Photographe : © Sarah Sergent )

Die Berlinmittemom Anna hat jedenfalls das Glück, dass ihre Kinder sich durchaus sogar für Kirchenbauten begeistern können, was ihren Familienurlaub in Paris in vielerlei Hinsicht schon einmal erleichtert. Da lassen sich Nôtre-Dame und Sacré Coeur sehr viel leichter besichtigen, weil nicht unbedingt mit langen Gesichtern und entsprechender Stimmung gesorgt werden kann. Ein Kontrastprogramm, das sich mehr nach den Wünschen der Kinder richtet, ist trotzdem immer gut, schließlich soll die Zeit in Paris ja für alle Familienmitglieder unvergesslich werden.

Dazu eignet sich im Übrigen sogar der Winter. Sophie von BerlinFreckles hat es mit ihrer Familie ausprobiert und einige Gründe gefunden, warum das eine gute Idee ist. Wobei Paris im Prinzip zu jeder Jahreszeit eine gute Idee ist, ob mit oder ohne Kinder. Wie schon Audrey Hepburn so treffend festgestellt hat – und wer würde schon der schon widersprechen wollen?

Anzeige