'Nutella-Steuer' in Frankreich

Die Franzosen sind nicht gerade als ausgiebige Frühstücker bekannt. Doch ein frisches Baguette mit Nussnougataufstrich wird auch bei unseren Nachbarn am Morgen gerne gegessen. Sehr zum Missfallen der Regierung, die Nutella und Kollegen mit einer neuen Steuer an den Kragen bzw. ans Palmöl will.

Palmöl- oder Nutella-Steuer?

Palmöl ist ein Fett, das aus Ölpalmen gewonnen wird. In der Süßwarenherstellung wird es in großen Mengen verwendet, um die Produkte geschmeidig zu halten. Nun plant die französische Regierung eine erhebliche Erhöhung der Besteuerung für palmölhaltige Erzeugnisse. Die Nussnougatcreme Nutella ist ein berühmter Vertreter dieser Kategorie, was der Maßnahme den Titel ,,Nutella-Steuer" einbringt.

Sparmaßnahme oder Gewichtskontrolle?

Gründe für die Steuer gibt es viele. Fest steht, dass der französische Senat die bisherige Ölsteuer vervierfachen möchte, womit 40 Millionen € im Jahr zusätzlich in die Sozialkasse fließen würden. Nachdem Anfang dieses Jahres die 'Coca-Cola-Steuer' auf zuckerhaltige Getränke eingeführt wurde, lässt sich auch vermuten, dass der Staat Einfluss auf das Essverhalten seiner Bevölkerung nehmen will. Außerdem wird als Grund für diese Maßnahme die Rettung des Regenwaldes angeführt. Dieser wird für den Anbau der Ölpalmen in großem Maße gerodet. Mit der Besteuerung dieses Öles sollen die Süßwarenhersteller angehalten werden, alternative, nachhaltigere Öle zu verwenden.

Letztes Wort noch nicht gesprochen

Der Senat hat das Palmöl-Steuer-Gesetz bereits mehrheitlich verabschiedet. Um aber rechtskräftig zu werden, muss dieser Gesetzesentwurf noch durch eine zweite Instanz, die Nationalversammlung, bestätigt werden. Daher ist noch offen, ob es überhaupt zu der drastischen Maßnahme kommen wird. Ferrero, der Hersteller des beliebten Brotaufstrichs, hat jedenfalls schon kundgegeben, dass die Nutella-Rezeptur nicht verändert werden wird.

Verfasst am Dienstag, 19. März 2013
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