Pierre-Huyghe-Ausstellung im Centre Pompidou

Am 24. September 2013 hat eine große Retrospektive der Werke des Bildhauers, Architekten, Designers und Videomachers Pierre Huyghe im Pariser Centre Pompidou ihre Pforten geöffnet, die ab April 2014 auch im Museum Ludwig in Köln zu sehen sein wird.

Teil der Ausstellung ist auch diesmal wieder Huyghes Windhund „Human“ mit seinem rosafarbenen Vorderbein, der wie vergangenes Jahr bei der Documenta in Kassel frei durch die Ausstellung streift.

Pierre Huyghe: Videokünstler, Bildhauer, Architekt und Designer

Pierre Huyghe wurde am 11. September 1962 in Paris geboren und studierte dort zwischen 1982 und 1985 an der École nationale supérieure des arts décoratifs.

In den Anfangsjahren seiner Karriere stand vor allem das Medium Film im Mittelpunkt seines Schaffens, in Performances wie „Singing in the Rain“ (1996) thematisierte er Kinobilder und ihre Wahrnehmung durch den Betrachter.

Seit Anfang des neuen Jahrtausends hat sich Pierre Huyghe zunehmend der Natur zugewandt. Dabei bezieht er bei seinen Installationen meist bereits vor Ort vorhandene Gegebenheiten mit ein - in Kassel eine der Eichen von Joseph Beuys, in Paris die Stellwände aus der Ausstellung über Mike Kelley.

Eine klare Definition von Huyghes Kunstform ist dabei kaum möglich, denn die Erfindung neuer Darstellungsmöglichkeiten und die Überschreitung ihrer Grenzen ist stets Teil seiner Kunst.

Große Werkretrospektive der letzten 20 Jahre

Nicht zum ersten Mal ist eine große Ausstellung in Paris dem gebürtigen Pariser gewidmet. U.a. hat Pierre Huyghe 1996 in der Galerie Roger Pailhas unter dem Titel "Dubbing" ausgestellt, 2000 präsentierte das Centre Pompidou Huyghes "The third memory", und 2006 konnte man im Musée d’Art moderne seinen "Celebration Park" erleben.

Diesmal ist es jedoch eine Retrospektive seiner Werke aus den vergangenen 20 Jahren, in der das Centre Pompidou und seine Kuratorin Emma Lavigne an etwa 50 großen Arbeiten die Entwicklung des Künstlers aufzeigt. Zehn der präsentierten Werke sind neu bzw. wurden bisher noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt.

Ob "La Toison d'Or", "A Forest of Lines", "Mobile TV", die Frau mit dem Bienenstock auf dem Kopf, die Dokumentation „The Host and the Cloud“ über den Kontrollverlust unter Drogeneinfluss oder der berühmte Windhund „Human“ aus dem Projekt „Untilled“, hier findest du einen kompletten Überblick über das Werk des großen Franzosen.

"Human" ist dabei keineswegs das einzige lebende Tier der Ausstellung. Zu den Höhepunkten gehört auch „Zoodram 4“, ein Aquarium mit einem Einsiedlerkrebs, der sich sein Haus in Constantin Brâncusis 1908 entstandener Skulptur „Die schlafende Muse“ gebaut hat.

Anfahrt

Das Centre Pompidou liegt nördlich der Île de la Cité am Place Georges Pompidou. Du erreichst es mit der Métro Linie 1 und 11 (Métro-Station Hôtel de Ville), mit den Zügen der Schnellbahn RER, Linie A, B und D (Haltestelle Châtelet Les Halles) oder mit dem Bus.

Verfasst am Donnerstag, 12. Dezember 2013
Weitere Blogbeiträge