Asbest im Tour Montparnasse

Der Tour Montparnasse, 1973 fertiggestellt und mit 210 Metern das höchste Gebäude von Paris, war schon von Beginn an ein umstrittenes Bauwerk.

Unbestritten ist, dass man von der Aussichtsplattform des charakteristischen schwarzen Wolkenkratzers in 200 Metern Höhe einen der schönsten Ausblicke über ganz Paris mit all seinen Sehenswürdigkeiten hat.

Asbest in der Luft

Leider hat das 40 Jahre alte Gebäude, wie viele andere, die in dieser Zeit gebaut wurden, ein massives Problem mit Asbestbelastung. Die Belastung der Luft in den Büros soll teilweise weit über dem zwei- bis dreifachen des Grenzwertes liegen.

Das Problem ist schon seit längerem bekannt und es wurden verschiedene Sanierungsmaßnahmen ergriffen. Ein neues Gutachten wies jedoch kürzlich nach, dass für die ca. 5000 Beschäftigten in den Büros und die über eine Million Touristen, die den Tour Montparnasse jährlich besuchen, keine Entwarnung gegeben werden kann.

Schadstoffbelastung besteht schon länger

Nach wie vor bestehe die Gesundheitsgefährdung durch Asbestfasern weiter. Vermutlich würden die gefährlichen Fasern durch Lüftungs- und Kabelschächte im ganzen Gebäude verteilt.

Touristen, die von der neue Panoramaterrasse vom „Dach der Hauptstadt“ aus Paris erleben wollen, müssen wohl nicht um ihre Gesundheit fürchten. Anders sieht es aus für die vielen Beschäftigten in den Büros. Einige Firmen haben bereits Ausweichquartiere mit ihren Arbeitskräften bezogen.

Wie wird das weitere Schicksal des Montparnasse-Turms aussehen?

Mittlerweile befasst sich bereits die Staatsanwaltschaft mit dem Problem. Da die langjährigen Sanierungsmaßnahmen während des laufenden Betriebs offenbar nicht zum Erfolg führten, wird es möglicherweise notwendig, das Gebäude für eine Grundsanierung komplett zu evakuieren.

Vielleicht frohlocken auch bereits die Gegner des Hochhauses, die sich von Anfang an gegen den Bau gestellt und zwischenzeitlich seinen Abriss  gefordert hatten.

Verfasst am Donnerstag, 19. Dezember 2013
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