Das traditionelle Weihnachtsessen in Frankreich

Das traditionelle Weihnachtsessen findet für die Franzosen meist im Kreise der Familie oder Freunde statt und ist ein kulinarisches Sinnenfest sondergleichen, für manche sicher auch eine Völlerei. Denn in Frankreich besteht das Weihnachtsessen traditionell aus sieben Gängen und 13 Desserts...

Weihnachtsessen Frankreich
Viele Franzosen gehen zu Weihnachten in ein Restaurant
© Paris Tourist Office - Photographer : Amélie Dupont

Das französische Weihnachtsessen am Heiligen Abend

In Frankreich feiert man den Heiligen Abend ebenfalls am 24. Dezember, aber doch weniger besinnlich als in deutschen Stuben. Der Heilige Abend ist zunächst ein ganz normaler Arbeitstag. Erst am Abend, nicht schon am Nachmittag, beginnen die Feierlichkeiten. Dann aber zieht sich das Fest über viele Stunden hin... Die je versammelte Gesellschaft geht ins Restaurant oder bleibt im eigenen Heim, und der 'réveillon' beginnt, das traditionelle Weihnachtsessen mit seinen sieben Gängen und 13 Desserts.

Sieben Gänge

Den Anfang macht ein Aperitif: ein Pastis, ein Martini oder ein anderes geeignetes Getränk, das oft von Oliven oder Chips begleitet wird. Nach diesem sanften Einstieg solltest du bestens auf den Menümarathon vorbereitet sein.

In der Regel eröffnen Austern auf Salat, angerichtet mit Räucherlachs den lukullischen Reigen. Hierzu wird meist ein herber Weißwein gereicht, der mit den Austern und dem Lachs wunderbar harmoniert.

Dann folgt der Foie gras, die Gänsestopfleber, die mit einer pikanten Zwiebelkonfitüre oder einem selbst zubereiteten Himbeerpüree verzehrt wird. Mit geröstetem Toast und einem lieblichen Weißwein ist dieser Gang vollständig.

Der mit Maronen gefüllte Truthahn, die sogenannte 'dinde aux marrons', ist der eigentliche Hauptstar des Abends. In manchen Regionen gibt es an dieser Stelle einen Lamm- oder Rinderbraten, einen gefüllten Kapaun oder auch die Ente à l'orange. Diverse Gemüsebeilagen und ein aromatischer Rotwein runden diesen Gang ab.

Je nach Region findet dann noch das eine oder andere Fischgericht einen Platz auf der Tafel.

Eine Platte mit ausgesuchten Käsen, die mit Butter und Brot gereicht wird, bildet den Abschluss der Hauptgerichte.

13 Desserts

Die 'bûche de Noël' ist als Dessert verpflichtend, denn der Kuchen, der ausschaut wie ein Baumstamm, symbolisiert die Tradition, dass jeder Gast ein Stück Holz mitbringt, damit das Haus beheizt werden kann.

Die gebackene Version der 'bûche' ist weitaus schmackhafter und findet eine würdevolle Begleitung in den übrigen Dessertelementen, die ebenfalls einen symbolischen Charakter haben. Sie sind dem letzten Abendmahl Jesu Christ mit seinen zwölf Aposteln gewidmet und bestehen aus Fougasse, also Pfannkuchen, weißem Haselnussnougat und Pistazien sowie schwarzem Nougat mit Honig.

Weiter tauchen getrocknete Feigen und Rosinen auf dem Tisch auf; dazu gesellen sich Mandeln, Nüsse, Datteln, verschiedene Obstsorten und ein Kürbiskuchen.

Spätestens jetzt solltest du erkennen, was der Spruch "Essen wie Gott in Frankreich" bedeutet.

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