Französische Nationalhymne

Die französische Nationalhymne ist die Marseillaise. Claude Joseph Rouget de Lisle schrieb sie in Straßburg am 26. April 1792, während das revolutionäre Frankreich Österreich den Krieg erklärte. Am Ende dieses Artikels findest du auch den originalen Marseillaise-Text und die deutsche Übersetzung der französischen Nationalhymne.

Nationalhymne Frankreich
Claude Joseph Rouget de Lisle, der Verfasser der Marseillaise

Frankreichs kriegerische Hymne der Freiheit

Zuerst trug die Marseillaise, die seit dem 14. Juli 1795 offiziell die französische Nationalhymne ist, jedoch den Namen Chant de guerre pour l'armée du Rhin. Auf deutsch: Kriegslied für die Rheinarmee. Zum Namen Marseillaise kam das Lied, weil Soldaten aus Marseille es auf den Lippen trugen, während sie in Paris einzogen.

Und um ein Kriegslied handelt es sich in der Tat! Als ich vor einigen Jahren in einem kleinen Pariser Park saß und in einem Buch über die Kultur Frankreichs die französische Nationalhymne las, war ich überrascht und ehrlich gesagt stellenweise auch entsetzt über das, was ich da las. So lautet zum Beispiel der Refrain übersetzt: "Zu den Waffen, Bürger! / Formt Eure Schlachtreihen, / Marschieren wir, marschieren wir! / Bis unreines Blut / unserer Äcker Furchen tränkt!"

Ist der Liedtext heute noch adäquat?

Die Rede vom 'unreinen Blut' (der Feinde) hatte ich als junger Student von einem zentralen Text der französischen Kultur nicht erwartet. Gleichzeitig ist die französische Nationalhymne eine leidenschaftliche Hymne an die Freiheit und gegen die Tyrannei.

Vieles, was man im Marseillaise-Text liest, wird natürlich verständlicher, wenn man den damaligen Kontext der Französischen Revolution bedenkt. Aber dass anscheinend viele Franzosen diesen Text auch heute noch als adäquat für ihre Nationalhymne empfinden, hat mich immer irritiert. Anderseits kann man bei jeder Fußballweltmeisterschaft hören, dass die Hymnen vieler anderer Länder nicht unbedingt harmloser sind - was die Sache allerdings nicht besser macht...

Marseillaise-Text

Allons enfants de la Patrie,
Le jour de gloire est arrivé!
Contre nous de la tyrannie,
L’étendard sanglant est levé. (deux fois)
Entendez-vous dans les campagnes
Mugir ces féroces soldats?
Ils viennent jusque dans vos bras
Égorger vos fils, vos compagnes.

Refrain:

Aux armes, citoyens,
Formez vos bataillons,
Marchons, marchons!
Qu’un sang impur
Abreuve nos sillons!
(deux fois)

Que veut cette horde d’esclaves,
De traîtres, de rois conjurés?
Pour qui ces ignobles entraves,
Ces fers dès longtemps préparés? (deux fois)
Français, pour nous, ah! quel outrage
Quels transports il doit exciter!
C’est nous qu’on ose méditer
De rendre à l’antique esclavage!

Refrain

Quoi! des cohortes étrangères
Feraient la loi dans nos foyers!
Quoi! ces phalanges mercenaires
Terrasseraient nos fiers guerriers. (deux fois)
Grand Dieu! par des mains enchaînées
Nos fronts sous le joug se ploieraient.
De vils despotes deviendraient
Les maîtres de nos destinées!

Refrain

Tremblez, tyrans, et vous perfides
L’opprobre de tous les partis,
Tremblez! vos projets parricides
Vont enfin recevoir leurs prix! (deux fois)
Tout est soldat pour vous combattre,
S’ils tombent, nos jeunes héros,
La terre en produit de nouveaux,
Contre vous tout prêts à se battre!

Refrain

Français, en guerriers magnanimes,
Portez ou retenez vos coups!
Epargnez ces tristes victimes,
A regret s’armant contre nous. (deux fois)
Mais ces despotes sanguinaires,
Mais ces complices de Bouillé
Tous ces tigres qui, sans pitié,
Déchirent le sein de leur mère!

Refrain

Amour sacré de la Patrie,
Conduis, soutiens nos bras vengeurs.
Liberté, Liberté chérie,
Combats avec tes défenseurs! (deux fois)
Sous nos drapeaux que la victoire
Accoure à tes mâles accents,
Que tes ennemis expirants
Voient ton triomphe et notre gloire!

Refrain

Nous entrerons dans la carrière
Quand nos aînés n’y seront plus,
Nous y trouverons leur poussière
Et la trace de leurs vertus! (deux fois)
Bien moins jaloux de leur survivre
Que de partager leur cercueil,
Nous aurons le sublime orgueil
De les venger ou de les suivre.

Refrain

 

Französische Nationalhymne: Übersetzung

Auf, auf Kinder des Vaterlands!
Der Tag des Ruhmes, der ist da.
Gegen uns wurde der Tyrannei
Blutiges Banner erhoben. (zweimal)
Hört ihr im Land
Das Brüllen der grausamen Krieger?
Sie kommen bis in eure Arme,
Eure Söhne, Eure Gefährtinnen zu erwürgen!

Refrain:

Zu den Waffen, Bürger!
Formt Eure Schlachtreihen,
Marschieren wir, marschieren wir!
Bis unreines Blut
unserer Äcker Furchen tränkt!
(zweimal)

Was will diese Horde von Sklaven,
Von Verrätern, von verschwörerischen Königen?
Für wen diese gemeinen Fesseln,
Diese seit langem vorbereiteten Eisen? (zweimal)
Franzosen, für uns, ach! welche Schmach,
Welchen Zorn muss dies hervorrufen!
Man wagt es, daran zu denken,
Uns in die alte Knechtschaft zu führen!

Refrain

Was! Ausländische Kohorten
Würden über unsere Heime gebieten!
Was! Diese Söldnerscharen würden
Unsere stolzen Krieger niedermachen! (zweimal)
Großer Gott! Mit Ketten an den Händen
Würden sich unsere Häupter dem Joch beugen.
Niederträchtige Despoten würden
Über unser Schicksal bestimmen!

Refrain

Zittert, Tyrannen und Ihr Niederträchtigen
Schande aller Parteien,
Zittert! Eure verruchten Pläne
Werden Euch endlich heimgezahlt! (zweimal)
Jeder ist Soldat, um Euch zu bekämpfen,
Wenn sie fallen, unsere jungen Helden,
Zeugt die Erde neue,
Die bereit sind, gegen Euch zu kämpfen

Refrain

Franzosen, Ihr edlen Krieger,
Versetzt Eure Schläge oder haltet sie zurück!
Verschont diese traurigen Opfer,
Die sich widerwillig gegen uns bewaffnen. (zweimal)
Aber diese blutrünstigen Despoten,
Aber diese Komplizen von Bouillé,
Alle diese Tiger, die erbarmungslos
Die Brust ihrer Mutter zerfleischen!

Refrain

Heilige Liebe zum Vaterland,
Führe, stütze unsere rächenden Arme.
Freiheit, geliebte Freiheit,
Kämpfe mit Deinen Verteidigern! (zweimal)
Unter unseren Flaggen, damit der Sieg
Den Klängen der kräftigen Männer zu Hilfe eilt,
Damit Deine sterbenden Feinde
Deinen Sieg und unseren Ruhm sehen!

Refrain

Wir werden des Lebens Weg weiter beschreiten,
Wenn die Älteren nicht mehr da sein werden,
Wir werden dort ihren Staub
Und ihrer Tugenden Spur finden. (zweimal)
Eher ihren Sarg teilen
Als sie überleben wollen,
Werden wir mit erhabenem Stolz
Sie rächen oder ihnen folgen.

Refrain

Anzeige